Thema: Volkens Bild der Woche
Dass die Aussicht vom Grindelwaldner Faulhorn einmalig ist, erkannte der Hotelier Samuel Blatter bereits früh: 1822-23 liess er ein Gasthaus auf dem Gipfel errichten. Auch heute noch kann man dort oben trefflich übernachten (und Fondue essen), und auch heute noch beeindruckt der Blick von der Hotelterrasse Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau. Fast noch schöner indes zeigen sich die zwei einzigen echten Berner Viertausender, das Schreckhorn und das knapp links davon hervorschauende Lauteraarhorn. Zum Beispiel in der Nacht, wenn mondbeschienene Wolken um deren Flanken streichen.
Faulhorn, 24. August 2010.
Wer sich vorwiegend an leicht überhängenden, grossgriffigen, kletterhallenähnlichen Routen delektiert, wird an der Wandflue, im Gebiet der Gastlosen, bestimmt ins Staunen geraten: Die geneigten Platten sind mit vielen versteinerten Verspieltheiten verziert. Geklettert wird meist in und an grossen Kalkrillen.
Wandflue, 21. August 2010.
Sonntag 15. August, domenica di ferragosto: das Bergwochenende per eccellenza. Ganz Italien ist dann unterwegs. Oder wäre. Denn am Monte Rosa, am Nationalberg Italiens, sind in den letzten Tagen 60 cm Neuschnee gefallen. Nur zwei Skitourenfahrer lassen sich davon nicht abhalten, nutzen ein Wetterfenster aus und spuren inmitten grösster Einsamkeit bis auf die 4215 Meter hohe Piramide Vincent. Auf der Abfahrt erwartet sie schöner Pulverschnee.
Piramide Vincent, 15. August 2010.
Gletscher schmelzen, Berge bröckeln. Und auch Bergseen verschwinden. Der 1972 durch ein Unwetter entstandene See im Kiental ist seit einiger Zeit am Verlanden und wird dereinst wieder ein Fluss sein.
Tschingelsee, 7. August 2010.
Auf Pirsch durch die grosse weite Bergwelt: Ein Büsi auf einer Alp oberhalb St. Niklaus entdeckt auf 2387 Meter seine Raubtierinstinkte.
Jungtal, 31. Juli 2010.
Grosszügige Himmel überspannen oft die Jurahöhen. Und nicht selten sausen Wolken herum.
Mont Soleil, 27. Juli 2010.
Wolken hüllen Dom, Täschhorn und Konsorten ein, lassen aber am Mischabeljoch ein kleines Fenster offen. Dahinter erblicken wir eine Gewitterwolke, angestrahlt vom letzten Sonnenlicht.
Von Hohsaas aus, 21. Juli 2010.
Wieder so ein Hitzetag. In Basel und Sion steigt die Quecksilbersäule auf über 35 Grad. Und in Altdorf zeigt sie immer noch deren 33 an. Davon spüren wir wenig: 2000 steile Meter über dem Urner Hauptort weht eine angenehme Brise, die Sonne wird von Faserwolken gefiltert. Die Kühle ist aber nicht das einzige Argument für eine Überschreitung des Gitschen. Drei weitere wären Routenverlauf, Ambiente und Tiefblick.
Gitschen, 14. Juli 2010.
WM! Die spiegelbildlich verkehrten Buchstaben erreichen derzeit auch hintere Winkel. In der Capanna Campo Tencia (2140 m) zaubert ein Beamer bunte Bilder aus Kapstadt (0 m), wo im Greenpoint Stadium die Mannschaften aus Holland (höchster Punkt: Vaalserberg, 323 m) und Uruguay (Cerro Catedral, 514 m) um den Einzug ins Final kämpfen. Die Niederländer gewinnen 3:2. Und morgen gehts auf den Pizzo Campo Tencia (3072 m).
Capanna Campo Tencia, 6. Juli 2010.
Die Schweiz erlebte an diesem Wochenende die bis anhin heissesten Sommertage und Tropennächte. Wir machten uns mit Skis auf die Suche nach Schnee und Abkühlung.
Griesgletscher (VS), 2. Juli 2010.

