Unter dem Titel „Bergfahrten“ organisiert das sogar theater drei Ausflüge in die literarische Bergwelt der Schweiz. Geführt wird die Expedition von den Bündner Schauspielern und Berggängern Gian Rupf und René Schnoz, musikalisch begleitet vom Churer Hans Hassler. Zu entdecken sind Textgebirge von so unterschiedlichen Schriftstellern wie Ludwig Hohl, Max Frisch und Hans Morgenthaler. Für die drei Abende kann ein vergünstigter 3-Tagespass gelöst werden.
Ausgedehnte Felder Winterschnees und nirgends die Spur eines Menschen, eine Wanderung vom Glarnerland nach Locarno, eine Rast auf zerklüftetem Fels in der Planurahütte, die zerstörerische Kraft der Kälte am Tödi. Durch diese und andere Bergwelten führt der dreiteilige Bergfahrten-Zyklus im sogar Theater. Drei Abende Abenteuer ohne Absturzgefahr und Skiliftgedrängel locken daheim Gebliebene, die auch unter der winterlichen Hochnebeldecke Mitten in Zürich Bergluft schnuppern wollen. Die Touren bergen einige Überraschungen, denn jeder Schritt bergan, führt hinab zur Konfrontation mit der eigenen Existenz.
Skifahren verhindert das Denken. So urteilt Ludwig Hohl, begeisterter Bergsteiger und (literarischer) Aussenseiter. Seiner Erzählung „Bergfahrt“ ist der erste Abend gewidmet. Diese erste Exkursion begleitet Johann und Ull auf ihrem Weg zum Gipfel. Johann ist ein unentschlossener Mitgänger, Ull hat sein Ziel klar vor Augen: den Gipfel. Johann gibt auf, kann einfach nicht mehr und kehrt um. Ull setzt seinen Aufstieg im Alleingang fort, doch für beide endet die Bergtour dramatisch.
Ludwig Hohl schildert in seinem wichtigsten erzählerischen Werk eine Parabel über die menschliche Existenz und den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.
Frisch am Berg zu treffen, würde man dem urbanen Schriftsteller mit Brille und Tabakpfeife kaum Zutrauen. Doch auch Max Frisch bestieg in jungen Jahren leidenschaftlich Berge und in seinen Werken ragen immer wieder Berggipfel aus dem Wortmeer seiner Texte auf. Am zweiten Abend der sogar Bergfahrten treten Gian Rupf und René Schnoz mit Hornbrille und Pfeife in Frischs alpine Spuren in „Homo Faber“ und „Mein Name sei Gantenbein“. Ergänzt werden die Auszüge durch Alpentexte aus der NZZ der dreissiger Jahre und einem Tagebucheintrag. Die Wanderung führt über einen Zeitraum von fünfzig Jahren vom Glarnerland nach Locarno, gerastet wird auf der Planurahütte und sogar ein Alpenflug über das Finsteraarhorn steht auf dem Programm.
Wie bei Ludwig Hohl, so bestechen seine Texte nicht nur durch die minutiös beschriebene Landschaft, sondern die Protagonisten stellen sich auch hier existenziellen Fragen.
Der Berg als Droge, als Flucht-Punkt vor einem unbefriedigenden Dasein, so war es für den extremsten der drei alpinistischen Literaten: Hans Morgenthaler, genannt HAMO. „Ihr Berge“ – ein Bergsteigertagebuch in Stimmungsbildern – bildet die Grundlage der letzten literarischen Bergtour. Die Dreiseilschaft Gian Rupf, René Schnoz und Hans Hassler führt ihre Expeditionsteilnehmer auch an diesem Abend an Grenzerfahrungen heran. So an das Drama am Tödi, wo HAMO schwere Erfrierungen an den Händen erlitt und fast alle vorderen Fingerglieder verlor, bis auf den Zeigefinger der rechten Hand, seinem Schreibfinger.
Im sogar theater locken also drei ganz unterschiedliche Schweizer Schriftsteller, deren Gemeinsamkeit ihre Liebe zu den Bergen ist, zum Verweilen in alpiner Umgebung. Für die dramatischen Bergbegehungen mit Gian Rupf und René Schnoz, untermalt mit Hans Hasslers Akkordeonklängen, besteht die Möglichkeit, einen vergünstigten 3-Tagespass zu lösen.
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Weitere Informationen unter http://www.sogar.ch
1. Abend: Bergfahrt von Ludwig Hohl – Eine dramatische Erzählung
Mo 2. / Di 3. / Mi 4. Februar 2009
2. Abend: frisch am Berg oder Die plötzliche Lust zu Klettern – Bergtexte von Max Frisch
Do 5. / Fr 6. / Sa 7. Februar 2009
3. Abend: Hamo – Meinetwegen zugrunde gehen – Ein Schatten-Sprech-Spiel
Mo 9. / Di 10. / Mi 11. Februar 2009
Beginn: jeweils 20:30 Uhr
3-Tagespass an der Talstation lösen! sFr. 80.- (statt 96.-)

