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	<title>Kommentare zu: Salbit Süd</title>
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	<description>Autoren - Bücher - Texte - Events</description>
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		<title>Von: admin</title>
		<link>http://bergliteratur.ch/salbit-sud/comment-page-1/#comment-1045</link>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 07:02:46 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Herr Müller

Besten Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie unsern Blog lesen und auch kommentieren. Das wertet die Seite auf. Wegen der «Verbohrung» des Salbit zitiere ich Leute aus der Kletterszene, ich selber bin da etwas im Zwiespalt. Den Südgrat fand ich eigentlich korrekt eingebohrt, auch die schwerere Route «Licht und Schatten», die ich vor zwei Jahren kletterte. Ich kenne ja fast alle alten Routen am Salbit sozusagen im «Urzustand», auch Westgrat und Villigerpfeiler, mit Holzkeilen, Rosthaken ect. Geklettert alles mit Bergschuhen und ohne modernes Material in den Sechzigerjahren. Als Alter Herr schätze ich die heutige Plaisiersicherung und das weniger angstbelastete Klettern auch und hänge jeden Haken ein. Aus Klettergebieten in England und den USA, wo strikte Regeln herrschen, weiss ich aber auch, dass man im Grunde alles auch mit viel weniger fix eingebohrtem Material sicher klettern könnte – wenn man könnte. In unseren Gegenden lernt man das halt einfach nicht mehr so, man hat wenig Übung im Legen von Keilen und Friends. Da Sie aus Darmstadt schreiben, nehme ich an, dass Sie auch den Battert bei Baden Baden kennen. Dort ist die Absicherung ja gelegentlich auch etwas karg und bedarf Zwischensicherung. Die Leute dort sagten mir, es sei ein gutes Training fürs Gebirge.

Herzliche Grüsse

Emil Zopfi</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Müller</p>
<p>Besten Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie unsern Blog lesen und auch kommentieren. Das wertet die Seite auf. Wegen der «Verbohrung» des Salbit zitiere ich Leute aus der Kletterszene, ich selber bin da etwas im Zwiespalt. Den Südgrat fand ich eigentlich korrekt eingebohrt, auch die schwerere Route «Licht und Schatten», die ich vor zwei Jahren kletterte. Ich kenne ja fast alle alten Routen am Salbit sozusagen im «Urzustand», auch Westgrat und Villigerpfeiler, mit Holzkeilen, Rosthaken ect. Geklettert alles mit Bergschuhen und ohne modernes Material in den Sechzigerjahren. Als Alter Herr schätze ich die heutige Plaisiersicherung und das weniger angstbelastete Klettern auch und hänge jeden Haken ein. Aus Klettergebieten in England und den USA, wo strikte Regeln herrschen, weiss ich aber auch, dass man im Grunde alles auch mit viel weniger fix eingebohrtem Material sicher klettern könnte – wenn man könnte. In unseren Gegenden lernt man das halt einfach nicht mehr so, man hat wenig Übung im Legen von Keilen und Friends. Da Sie aus Darmstadt schreiben, nehme ich an, dass Sie auch den Battert bei Baden Baden kennen. Dort ist die Absicherung ja gelegentlich auch etwas karg und bedarf Zwischensicherung. Die Leute dort sagten mir, es sei ein gutes Training fürs Gebirge.</p>
<p>Herzliche Grüsse</p>
<p>Emil Zopfi</p>
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		<title>Von: Wolfgang F. Müller</title>
		<link>http://bergliteratur.ch/salbit-sud/comment-page-1/#comment-1043</link>
		<dc:creator>Wolfgang F. Müller</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 17:14:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://bergliteratur.ch/?p=1121#comment-1043</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Zopfi,

Ihren Aufsatz vom Klettern über den Salbit-Südgrat nach 50 Jahren habe ich mit sehr grossem Vergnügen gelesen. Den Salbit-Südgrat bin ich vor etwa 15 Jahren geklettert, als Zweiter der Seilschaft, damals Mitte Fünfzig. Wir waren allein in der Route, da es am Morgen geregnet hatte, waren erst um etwa 11 Uhr am Einstieg und um 17 Uhr am Gipfel. Ich vermute, dass ich heute der Länge der Tour nicht mehr gewachsen wäre, da in den letzten Jahren meine Ausdauer sehr nachgelassen hat.
Die Bemerkung, „Hans Berger, der Hüttenwart, habe das Gebiet verbohrt, um Kletterer in die Hütte zu locken, die nur noch von Bohrhaken zu Bohrhaken denken können“, veranlasst mich zu meinem Kommentar. Vielleicht zitieren Sie hier den „hervorragenden Kletterer aus Graz“. Hans Berger und andere haben einige Routen, die in die plaisir-Kletterführer von Känel aufgenommen wurden, mit gebohrten Standplätzen und wohl ausreichend mit Zwischenhaken ausgerüstet. Nach dem, was ich lese und auch in wenigen Fällen selbst sah, sind zahlreiche andere, schwerere Routen in dem Gebiet eher knapp mit Bohrhaken (bis auf die Standplätze) versehen und verlangen selbst angebrachte Zwischensicherungen, wenn man sie haben will. Daher ist die Aussage, Hans Berger habe das Gebiet verbohrt, falsch. Man darf natürlich grundsätzlich gegen das Konzept des plaisir-Kletterns sein. Aber dann braucht man auch nicht in eine der meist-begangenen und als plaisir-Route bezeichnete Klettereien der leichteren Art im Salbit-Gebiet einzusteigen.
In meiner Jugendzeit bis Anfang Zwanzig bin ich mit steigeisenfesten Bergschuhen im Schwierigkeitsgrad IV (heute manchmal mit 5 bewertet) geklettert, ohne vernünftige Standplätze, ohne jede Zwischensicherung, ohne Klettergurt. Die Wegfindung war schwierig, stürzen durfte man nicht. Ich bin froh, dass ich dieses Klettern überlebt habe. Das plaisir-Klettern, das ich mit 50 kennenlernen durfte, war für mich beglückend: keine Angst beim Klettern zu haben! Ich meine ernstlich, dass das Klettern Freude und keine Angst bereiten soll. Es gibt bessere und schlechtere Kletterer, risikobereite und vorsichtigere. Man sollte alle gewähren und in die Alpen lassen. Die besseren Kletterer dürfen sich gerne besser und überlegen fühlen, aber den anderen auch ihre Freude, die nicht geringer ist, gönnen.

Mit herzlichem Gruss, Ihr Wolfgang Müller</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Zopfi,</p>
<p>Ihren Aufsatz vom Klettern über den Salbit-Südgrat nach 50 Jahren habe ich mit sehr grossem Vergnügen gelesen. Den Salbit-Südgrat bin ich vor etwa 15 Jahren geklettert, als Zweiter der Seilschaft, damals Mitte Fünfzig. Wir waren allein in der Route, da es am Morgen geregnet hatte, waren erst um etwa 11 Uhr am Einstieg und um 17 Uhr am Gipfel. Ich vermute, dass ich heute der Länge der Tour nicht mehr gewachsen wäre, da in den letzten Jahren meine Ausdauer sehr nachgelassen hat.<br />
Die Bemerkung, „Hans Berger, der Hüttenwart, habe das Gebiet verbohrt, um Kletterer in die Hütte zu locken, die nur noch von Bohrhaken zu Bohrhaken denken können“, veranlasst mich zu meinem Kommentar. Vielleicht zitieren Sie hier den „hervorragenden Kletterer aus Graz“. Hans Berger und andere haben einige Routen, die in die plaisir-Kletterführer von Känel aufgenommen wurden, mit gebohrten Standplätzen und wohl ausreichend mit Zwischenhaken ausgerüstet. Nach dem, was ich lese und auch in wenigen Fällen selbst sah, sind zahlreiche andere, schwerere Routen in dem Gebiet eher knapp mit Bohrhaken (bis auf die Standplätze) versehen und verlangen selbst angebrachte Zwischensicherungen, wenn man sie haben will. Daher ist die Aussage, Hans Berger habe das Gebiet verbohrt, falsch. Man darf natürlich grundsätzlich gegen das Konzept des plaisir-Kletterns sein. Aber dann braucht man auch nicht in eine der meist-begangenen und als plaisir-Route bezeichnete Klettereien der leichteren Art im Salbit-Gebiet einzusteigen.<br />
In meiner Jugendzeit bis Anfang Zwanzig bin ich mit steigeisenfesten Bergschuhen im Schwierigkeitsgrad IV (heute manchmal mit 5 bewertet) geklettert, ohne vernünftige Standplätze, ohne jede Zwischensicherung, ohne Klettergurt. Die Wegfindung war schwierig, stürzen durfte man nicht. Ich bin froh, dass ich dieses Klettern überlebt habe. Das plaisir-Klettern, das ich mit 50 kennenlernen durfte, war für mich beglückend: keine Angst beim Klettern zu haben! Ich meine ernstlich, dass das Klettern Freude und keine Angst bereiten soll. Es gibt bessere und schlechtere Kletterer, risikobereite und vorsichtigere. Man sollte alle gewähren und in die Alpen lassen. Die besseren Kletterer dürfen sich gerne besser und überlegen fühlen, aber den anderen auch ihre Freude, die nicht geringer ist, gönnen.</p>
<p>Mit herzlichem Gruss, Ihr Wolfgang Müller</p>
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