Hochstuckli, Speer und mehr

Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo hat das Sortiment der Schneesportkarten um zehn auf 43 Blätter erweitert. Die frischen sind meist nach Gipfeln bekannt.

«Das Wirtshaus Haggenegg ist besonders den Skifahrern angenehm, im Winter herrscht Sonntags auf dem nahen Hochstuckli chronische Überbevölkerung, an Werktagen kann es aber seine Vorzüge als Skigebiet zeigen.»

Urteilt Annemarie Schwarzenbach im Kapitel «Die Mythen und der Flecken Schwyz» in dem gemeinsam mit Hans Rudolf Schmid verfassten Reiseführer «Das Buch von der Schweiz. Ost und Süd» in der Reihe «Was nicht im ‹Baedeker› steht». Diese Buchreihe gab der Piper Verlag München von 1927 bis 1938 heraus. Die beiden Bände zur Schweiz kamen als Nummern 15 (Ost und Süd) und 16 (Nord und West) 1932 und 1933 heraus und schlossen die Reihe eigentlich ab. Nach 1933 publizierte der Verlag noch überarbeitete bzw. zensurierte Bände; so wurde Annemarie Schwarzenbach als Mitautorin gestrichen. Mit ihr zurück zum Hochstuckli. Sie zählt in ihrem Kapitel noch andere im Winter und Sommer lohnende Schwyzerberge auf, «aber am berühmtesten, und das zu Recht, bleibt doch das Hochstuckli».

Bereits 1909 hatte Martin Gyr im «Ski», dem Jahrbuch des Schweizerischen Ski-Verbandes, das «vielbesuchte» Hochstuckli (1566 m) gerühmt, «das mit seinem Umgelände ein geradezu ideales Skifeld darstellt». Am Schluss seines zehnseitigen skitouristischen Artikels «Einsiedeln, das Sihltal und das Alptal» gibt er noch einen letzten Tipp ab: «Allerdings möchten wir wünschen, dass unsere Sportsfreunde zur Vervollständigung des Bildes immer die Karte und die ortskundigen Leute zu Rate ziehen, wenn sie sich auf einer dieser Touren befinden.»

Seit diesem Winter gibt es gar die Schneesportkarte «Hochstuckli». Natürlich waren die Schwyzerberge schon früher auf speziellen Karten für Skifahrer abgebildet, so beispielweise auf der Skitourenkarte der Südostbahn von 1955 im Massstab 1:75‘000, mit einer grünen Zugskomposition, dem Sessellift Sattel-Mostelberg und dem Namen «Hochstuckli» auf dem Titelblatt; Verkaufspreis 40 Rappen.

Die druckfrische Hochstuckli-Karte (435 S) gehört zu den zwölf ganz neuen speziellen Schneesportkarten des Bundesamtes für Landestopografie swisstopo im Massstab 1:50‘000. Es sind dies folgende Blätter: 426 S Speer, 435 S Hochstuckli, 438 S St. Antönien, 444 S Glaubenberg, 452 S Gastlosen, 460 S Piz Sesvenna, 471 S Les Cornettes de Bise, 476 S Monte Tamaro, 477 S Camoghè, 478 S Piz da la Margna, 493 S Grand Combin und 494 S Monte Rosa. Die beiden ebenfalls neu aufgelegten Blätter 469 S Valposchiavo und 492 S Mont Blanc waren 2018 bzw. 2019 erstmals herausgekommen. Dazu sind ebenfalls die 29 Schneesportkarten in der klassischen Aufteilung der 1:50‘000-Karten erhältlich, von 227 S Appenzell bis 284 S Mischabel. Die Übersicht hier: www.swisstopo.admin.ch/de/informationen-schneesportkarten. Insgesamt umfasst das Schneesportkartensortiment neu 43 statt wie bisher 33 Blätter.

Warum die Neuerung? Die Antwort von Benjamin Fuhrer, Junior Produktmanager bei swisstopo: «Die Absatzmengen der gedruckten Schneesportkarte rechtfertigen eine Produktion im Offsetverfahren mit hohen Auflagen nicht mehr. Daher werden die Schneesportkarten ab der Saison 25/26 neu on Demand im virtuellen Sortiment angeboten. On Demand heisst, jede Karte wird auf Bestellung produziert. So fallen auch sämtliche Lagerkosten weg. Der Wechsel des Druckverfahrens zu LFP hat aber auch zur Folge, dass nur noch das Standardkartenformat angeboten werden kann. Gebiete, welche auf Grund der Formatänderung wegfallen, werden neu auf zusätzlichen Karten angeboten.»

Auf dem Blatt Lachen war auf der Rückseite einst noch die Rigi zu finden; nun wird sie vom Blatt Hochstuckli abgedeckt. Oder die Schneesportkarte Val Verzasca von 2021: Sie zeigte auch die Ski- und Schneeschuhtouren im unteren Val Calanca und in der Valle Morobbia, die eigentlich zum Blatt Roveredo gehören. Jetzt greifen winterliche Sportsfreunde zu den neuen Blättern Monte Tamaro und Camoghè. Ein Zipfel des Misox mit dem Pizzo Paglia (2593 m) wird von keinem Blatt der analogen Schneesportkarte erfasst; digital allerdings auch nicht. Verständlich: So befahrbar die Nordwestflanke dieses aussichtsreichen Gipfels scheint, der Zugang durchs Val Leggia ist den Skifahrern alles andere als angenehm.

swisstopo, Schneesportkarten, 1:50‘000: Preis pro Blatt Fr. 21.- (früher 24.50).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert