Mountains by Robert Bösch

Robert Bösch hat mit seinen Fotobüchern zum Tourenskilauf, zum Bergsteigen und Klettern, zum Gleitschirmfliegen und Mountainbiken, ja einfach zum Thema Berg, immer gültige Massstäbe gesetzt. Das ist mit seinem jüngsten Werk nicht anders: Mountains – Bilder zwischen Kunst und Action.

»Mountains« ist das Buch des Fotografen Robert Bösch.
»Mountains« ist nicht das Buch des Bergsteigers Robert Bösch.
Doch ohne den Bergsteiger hätte der Fotograf dieses Buch nicht realisieren können.

Mit diesen drei Zeilen leitet Röbi Bösch sein jüngstes Buch ein. Es heisst schlicht „Mountains“. Ein in jeder Hinsicht grosses und gewichtiges Werk. Schon nur in der Hand: 29,5 mal 37,5 Zentimeter gross, 3,8 Kilo schwer, 336 Seiten dick, Hardcover auf Leinenband – ein Prachtsband! Mit einer Einleitung vom Meister himself, mit einem Rückseitenlob von Reinhold Messner, mit je zweiseitigen Textbeiträgen von Melissa Arnot, Nina Caprez (stark ihr Bericht über die Route „Divine Providence“ am Mont Blanc!), Hanspeter Eisendle, Severin Häberling, Steve House, Robert Jasper, Beat Kammerlander, Ueli Kestenholz, Chrigel Maurer, Oswald Oelz, Harald Philipp und Babsi Zangerl. Nur einer fehlt: Ueli Steck. Mit ihm war Röbi unzählige Male unterwegs, ihn hat er wieder und wieder fotografiert, ihm ist „Mountains“ gewidmet. Und ihn sehen wir häufig auf den Fotos, so auch auf dem Titelbild.

In sieben Kapitel hat Robert Bösch sein Masterpiece unterteilt: Fels und Eis, Schnee, Luft, Wasser, Trail, Fels, Berge der Welt. Und hier sind nun die fotografischen Meisterwerke zu sehen, bekannte und noch mehr unbekannte, in Farbe und schwarzweiss, ein- und doppelseitig. Atem beraubend und Puls beschleunigend. Auf den Punkt gebracht. Das Essentielle all dieser Bergsportarten perfekt festgehalten. Und die Berge allein ebenfalls. Stimmig, vielfältig, überraschend. Auch die Familie kurvt durch den Tiefschnee: Ehefrau Corinna, die Söhne Cyrill und Andri. Und im letzten Kapitel sehen wir den Fotografen in der Yerupaja-Westwand in den peruanischen Anden, 1983, fotografiert von Roland Descloux.

Fünf Jahre später erschien Böschs erstes Buch: „Faszination Schnee. Traumhafte Skitouren zu weissen Gipfeln“. Ich stellte es vor im Skitouren-Tipp „Fast schnurgerade auf die Chrummenfadenflue“ in der Freizeit-Beilage der „Berner Zeitung“ vom 5. Januar 1989. Ausschnitt: „Die Fotos zeigen den Tourenskilauf in seiner ganzen Dimension, vom Aufstieg in sonnigen Flanken (dann zücken auch die Hobby-Fotografen die Kamera) bis zur Abfahrt im flockigen Pulverschnee (dann machen sie’s schon weniger), vom Kartenlesen im Schneegestöber bis zum Aufbruch vor der Hütte mitten in der Nacht (dann lassen sie es bleiben).“ Titel meiner ersten Besprechung eines Bildbandes von Robert Bösch: „Die Kamera blieb nicht im Rucksack.“

Robert Bösch: Mountains. National Geographic Verlag, München 2018, Fr. 125.- www.robertboesch.ch

Donnerstag, 22. November 2018, 18 – 21 Uhr: Ausstellungseröffnung und Buchvernissage „Mountains – Das Bild vom Berg“. Bildhalle, Stauffacherquai 56, 8004 Zürich, www.bildhalle.ch

Sonntag, 2. Dezember 2018, 17 Uhr: Vortrag von Robert Bösch zu seinem Buch „Mountains – Mein Leben zwischen Berg und Bild“. Saal Maienmatt, Alosenstrasse, 6315 Oberägeri, www.robertboesch.ch

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