Neue Monte-Rosa-Hütte SAC

Ein Buch und eine Ausstellung zur Entstehung, Planung und zum Bau eines Meilensteins der hochalpinen Architektur.

neue-monte-rosa-hutte-002„Der Umbau der alten Hütte mit Integration dieses innovativen Systems wäre teuerer und schwieriger gewesen als der Bau einer neuen Hütte. Dazu kommt, dass derartige innovative Projekte auch eine äussere Symbolik oder Ästhetik brauchen. Die neue Hütte muss sich in das alpine Umfeld einfügen und durch die Formgebung eine architektonische Wegmarke setzen. Wie die Felspyramide des Matterhorns als imposantes Kontinentalfloss Afrikas auf den Sedimenten aufgerichtet ist, so steht die mit Alublech geschützte Holzkonstruktion kristallförmig auf dem Gneis und Granit der Monte-Rosa-Decke.“

Fazit von Franz Steinegger, Vorsitzender der Projektsteuerung der neuen Monte-Rosa-Hütte, in seinem Geleitwort „Berghütten als touristische Einrichtungen“ im Bildband zur jüngsten Attraktion von Zermatt: die neue Monte-Rosa-Hütte, 2883 Meter über Meer, 88 Meter über der alten Hütte. In diesen Märztagen nimmt die jüngste und modernste Hütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC ihren Betrieb auf. Wir freuen uns auf den Besuch des heimeligen High-Tech-Hauses im Hochgebirge, erbaut am Nordwestfusse des Monte Rosa, des höchsten Berges der Schweiz.

Wer sich schon jetzt einstimmen, die Hütte ansehen sowie Antworten zu Symbolik und Ästhetik von Gebäuden im Gebirge erhalten möchte, kann dies auf zwei Arten tun. An der ETH Zürich, die den fast energieautarken Prestigebau entworfen hat, läuft noch bis zum 25. März 2010 eine Ausstellung über den Bau der Hütte. Und dann ist ein gediegenes Buch erschienen, welches den Entstehungsprozess, die Planung und den Bau dieses Meilensteins der hochalpinen Architektur dokumentiert, in einem spannenden Gespräch, mit thematischen Beiträgen, Farbfotografien von Tonatiuh Ambrosetti, schwarzweissen Fotos, Plänen und Entwürfen (interessant auch die nicht gebauten Hütten!). Vorworte von Ralph Eichler, Meinrad K. Eberle, Reto Jenatsch, Franz Steinegger; Beiträge von Paul Knüsel, Marie-Anne Lerjen, Ákos Moravánszky und Adolph Stiller. Gespräch mit Ákos Moravánszky, Andrea Deplazes und David Gugerli.

Neue Monte-Rosa-Hütte SAC. Ein autarkes Bauwerk im hochalpinen Raum. Herausgegeben von der ETH Zürich. gta Verlag, Zürich 2010, Fr. 65.- Das Buch ist auch auf Französisch und Englisch erhältlich.
Die Infos zur Ausstellung unter www.ausstellungen.gta.arch.ethz.ch/ausstellungen/neue-monterosahuette-sac . Weitere Infos unter www.neuemonterosahuette.ch .
Und wer noch mehr Hütten am Monte Rosa kennenlernen möchte, zum Beispiel die erste (Capanna Linty, 1875), die höchste (Capanna Margherita, 4554 m), die abgelegenste (Capanna Resegotti, 6-7 Std. Zustieg) und die vielleicht schmutzigste (Capanna Marinelli in der Monte-Rosa-Ostwand), nimmt Zuflucht zur Bergmonografie „Monte Rosa – Königin der Alpen“ (AS Verlag, 2009).

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