Heinrich Heines Harzreise

Ein Lied auf den Lippen. Zwei leichte Bücher im Rucksack. Wer kommt mit auf die HHH?

14. September 2021

«Die Stadt Göttingen, berühmt durch ihre Würste und Universität, gehört dem Könige von Hannover, und enthält 999 Feuerstellen, diverse Kirchen, eine Entbindungsanstalt, eine Sternwarte, einen Karzer [Arrestzelle in Universitäten und Schulen], eine Bibliothek und einen Ratskeller, wo das Bier sehr gut ist. Der vorbeifließende Bach heißt ‹die Leine›, und dient des Sommers zum Baden; das Wasser ist sehr kalt und an einigen Orten so breit, daß Lüder [Wilhelm L., ein als guter Turner bekannter Göttinger Student] wirklich einen großen Anlauf nehmen mußte, als er hinübersprang. Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht.»

Besser und böser geht’s kaum, nicht wahr? Mit diesen schmeichelhaften Sätzen zur Stadt, in der Heinrich Heine (1797–1856) von 1820 bis 1825, mit einer längeren Unterbrechung, Rechtswissenschaften an der Universität studierte, beginnt einer seiner beliebtesten und bekanntesten Texte. „Die Harzreise“, 1826 erstmals veröffentlicht, beschreibt die Fussreise, die Heine vom 14. bis zum 22. September 1824 durch den Harz unternahm, ein Mittelgebirge in Deutschland und das höchste Gebirge Norddeutschlands. Nach der Ankunft in Rübeland, einer kleinen Ortschaft im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, marschierte Heine weiter nach Eisleben, Jena und Weimar, wo er am 2. Oktober Goethe besuchte, der jedoch vom 27-jährigen Studenten mässig beeindruckt war. Von Weimar ging es über Erfurt, Gotha, Eisenach und Kassel zurück nach Göttigen, wo der junge Poet und Jurist am 11. Oktober eintraf – und wohl im Ratskeller ein Bier auf seine am 14. September gestartete Weitwanderung trank. „Die Harzreise“ aber enthält nur die Strecke Göttingen – Rübeland, knapp 160 Kilometer lang, perfekt für eine Wanderwoche mit zwei Büchern im Rucksack: das 96 Seiten leichte Reclam-Bändchen Nr. 2221 und der neue Rother Kulturwanderführer „Die Harzreise von Heinrich Heine“.

Spannend, informativ – und für uns Alpen- und Jurawanderer auch wirklich überraschend – beschreibt das Wanderbuch nicht nur die hügelige Landschaft, sondern auch die damaligen Lebensumstände in Göttigen und dem Harz, die einstige, 1000 Jahre anhaltende Bedeutung des Bergbaus und die daraus bis jetzt resultierenden Umweltprobleme. Heute sind die am Wegesrand gelegenen Industrierelikte – wie die als UNESCO-Weltkulturerbe ausgewiesene Oberharzer Wasserwirtschaft oder auch die Höhlen von Rübeland – Sehenswürdigkeiten, die auf der Weitwanderung besichtigt werden können.

Sieben Etappen schlägt der Wanderführer vor. Allerdings ist die erste Etappe von Göttigen nach Osterode mit 47 Kilometern viel zu lang. Zugegeben, Heine machte diese Strecke in einem Tag. Aber erstens sind wir nicht so fit wie der Heinrich, zweitens sind die meisten auch nicht soo jung, und drittens wär‘s ja wirklich blöd, am ersten Tag Blasen und Gelenkschmerzen und Muskelkater zu kriegen, wenn wir doch auf den Spuren eines der besten, frechsten und lesenswertesten Dichters deutscher Sprache wandeln möchten (und nicht eilmarschieren). Also, liebe Mitwanderer: die Etappe von Göttigen nach Osterode in Northeim unterbrechen. Ein perfekt passender Unterkunftstipp gleich hier: Hotel FREIgeist, Am Gesundbrunnen, D-37154 Northeim, Tel. 0049 5551 6070. Und wenn wir schon am Reservieren sind. Der Höhepunkt der Harzreise ist in vielerlei Hinsicht der Brocken (1141 m) und die Übernachtung auf diesem berühmten Berg – vom Brockengespenst habt Ihr sicher schon mal gehört. Also unbedingt frühzeitig buchen: www.brockenhotel.de, Tel. 0049 394 55 120.

Zur Einstimmung unserer Harzreise nun freilich keine Nummern mehr, sondern die dritte und vierte Strophe des fünfstrophigen Einstieggedichtes aus „Die Harzreise“:

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die frommen Hütten stehen,
Wo die Brust sich frei erschließet,
Und die freien Lüfte wehen.

Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.

Heinrich Heine: Die Harzreise. 1826. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 2221, 2003. Fr. 3.90. Der Beginn des Textes hier, mit Link zur vollständigen Version: www.stadtarchiv.goettingen.de/personen/harzreise_text.htm.

Rainer Hartmann, Brigitta Stammer, Günter Blümel: Die Harzreise von Heinrich Heine. Rother Kulturwandern, 2021. € 17.90.

Hotelbücher der besonderen Art

Drei neue Bücher zu alten Hotels. Zwei auch zum Anschauen, eines nur zum Lesen. Im Grand Hotel Giessbach oder im Kurhaus Bergün.

11. September 2021

«Der Haupteingang befand sich sonderbarerweise im ersten Stocke und konnte über eine wuchtige Außentreppe erreicht werden. ‹Herzlich willkommen im Grandhotel Giessbach, liebe Kongressteilnehmer›, begrüßte der Concierge Carl und zwei weitere Männer bei der Rezeption, nachdem sie sich hatten einschreiben lassen. Er bot ihnen an, sie auf dem Anwesen herumzuführen. Noch im Vestibül erklärte er: ‹Das Grandhotel – also das Haupthaus, in dem Sie sich gerade befinden – wurde 1875 vom Berner Architekten Edouard Davinet erbaut. 1884 wurde es als eines der ersten seiner Art mit elektrischer Beleuchtung ausgerüstet. Bestimmt haben Sie das Kraftwerksgebäude an der Ländte bemerkt.›
‹Nicht schlecht, der Bunker›, kommentiert einer der beiden Herren.»

Wirklich nicht, das Grandhotel Giessbach neben dem wild daher rauschenden Giessbach, der in zwölf oder vierzehn Kaskaden in den Brienzersee hinunterfällt. Im Führer „Die schönsten Hotels der Schweiz“ (2020) des Schweizer Heimatschutzes heisst es zum Belle-Époque-Palast in unvergleichlicher Lage: „Vom gefragtesten Hotelarchitekten seiner Zeit entworfen, bot das Hotel der Haute Société am Ende des 19. Jahrhunderts allen erdenklichen Komfort – bis zur hauseigenen Drahtseilbahn. Als der Glanz des Hotels verblasst war und in den 1970er-Jahren gar der Abbruch drohte, leitete Franz Weber mit der Stiftung Giessbach eine landesweite Sammelaktion ein. 1984 konnte das gerettete Bauwerk wiedereröffnet werden.“ Nun sitzen wir dort auf Terrasse mit Blick auf die Giessbachfälle und schlagen den historischen Thriller „Grand Hotel Giessbach“ von Phil Brutschi auf. Ein Nachmittag dürfte allerdings kaum reichen, um die 464 Seiten zu lesen, die sich um einen geheimnisvollen Kongress im Mai 1910 drehen. Stürmisch geht es zu und her, hinter verschlossenen Türen, im Keller, am Wasser, auf dem Aussichtshügel ob Hotel, in den Schlafzimmern. Einige der Kongressteilnehmer schmieden nämlich ein Komplott, das Europa bis ins Mark erschüttern könnte, während Carl eigentlich nur sein neuartiges Elektromobil präsentieren möchte. Und dann ist da noch Amanda, die meist auftragshalber die Männer verführt, aber nicht verhindern kann, dass Mitwisser im tödlichen Giessbach landen. Dass sein schöner Bau an dieser wirklich einzigartigen Lage dermassen von unschönen Machenschaften missbraucht werden würde, hätte sich Monsieur Davinet nie träumen lassen. Sein Denkmal steht beim Grandhotel Giessbach.

Horace Edouard Davinet also, geboren 1839 in Pont-d’Ain im Département Ain, gestorben 1922 in Bern. Zusammen mit seinem Schwager Friedrich Studer führte er ein erfolgreiches Architekturbüro in Interlaken, dessen Führung er bald übernahm. Bauten wie das Hotel Beau-Rivage in Interlaken, das Hotel Giessbach natürlich, der Kursaal Heiden, das Hotel Schreiber auf Rigi Kulm (in seinem Folgebau feierte ich vor ein paar Jahren meinen 50. Geburtstag – aber das nur nebenbei): Sie waren und sind Zeugen des grossen Schaffens von Davinet. Daneben engagierte er sich in der Planung des Kirchenfeldquartiers in Bern und baute vor allem dort einige schöne Villen. Die 1889-1889 erstellte Villa für Professor Michaud befindet sich aber an der Erlachstrasse 17 in der vorderen Länggasse in Bern; seitdem ich an der Freiestrasse wohne, der Fortsetzung der Erlachstrasse, bin ich tausende Male an diesem prächtigen rötlichen Gebäude mit dem charakteristischen oktogonalen Eckturm vorbeigegangen und –gefahren, habe es oftmals auch angeschaut. Aber jetzt sehe ich es mit ganz anderen Augen und Kenntnissen. Dank der Architekturhistorikerin Alexandra Ecclesia und ihrem grundlegenden Werk „Horace Edouard Davinet 1839–1922. Hotelarchitekt und Städteplaner“.

Druckfrisch ist ein zweites Buch aus dem Hier und Jetzt Verlag: „Kurhaus Bergün. Der Traum vom Grand Hotel“ von Giaco Schiesser (Hg.), Roland Flückiger-Seiler, Corina Lanfranchi und Ralph Feiner (Fotografie). Der Optimismus der Erbauer des 1906 eröffneten Kurhauses Bergün war grenzenlos. Derjenige der aktuellen Betreiber ist es auch. In den 115 Jahren dazwischen erlebte das Haus eine wechselvolle und oft schwierige Geschichte. Vom Grandhotel an der Albula-Bahnlinie von Chur nach St. Moritz zur günstigen Ferienunterkunft für Familien, mit dem Brand von 1949 als Zäsur. Und schliesslich die 2002 realisierte und bis heute funktionierende Vision eines Ferienwohnungs-Hotel. Die Autoren erzählen das Auf und Ab des Jugendstil-Juwels und betten die Geschichte ein in grössere touristische und gesellschaftliche Zusammenhänge. Da geht es um die berühmte Bob- und Schlittelbahn von Preda nach Bergün, um Ferien in der Schweiz von 1930 bis 1960, um Interieurs aus Indochina. Und dann sind da die Interviews und Porträts von Einheimischen und Auswärtigen, die im und mit dem Kurhaus Bergün einen Teil ihres Lebens verbrachten: „Das ist genau der Ort, den ich suche“, sagt Anna-Katharina Gasser, die entscheidend bei der Wiederauferstehung des Kurhauses dabei war.

Mit solch gut und schön gemachten Büchern finden wir auch solche Orte, zuhause auf dem Sofa, aber noch besser auf der Fahrt ins Grand Hotel: nach Bergün mit der Rhätischen Bahn, nach Giessbach mit dem 1914 erbauten Schaufelraddampfer Lötschberg.

Phil Brutschi: Grand Hotel Giessbach. Historischer Roman. Emons Verlag, Köln 202, € 14.-

Alexandra Ecclesia: Horace Edouard Davinet 1839–1922. Hotelarchitekt und Städteplaner. Hier und Jetzt Verlag, Zürich 2021. Fr. 49.-

Giaco Schiesser (Hg.), Roland Flückiger-Seiler, Corina Lanfranchi, Ralph Feiner (Fotografie): Kurhaus Bergün. Der Traum vom Grand Hotel. Hier und Jetzt Verlag, Zürich 2021. Fr. 49.- Vernissage: Donnerstag, 16. September, 18.30 im Bündner Kunstmuseum.

Hütten-Geschichten

Das Leben auf einer SAC-Hütte? Faszinierend und vielschichtig wie die Lage, wo die Hütten stehen. Zwei neue Bücher erzählen davon. Und machen gluschtig, dorthin aufzubrechen.

4. September 2021

«Die Schweiz, vielleicht ganz Europa, erlebt seit längerem einen Wanderboom. So ist es nicht verwunderlich, wenn die Zahl der Gäste auf unserer Hütte auch zunimmt. Neu gibt es in der Wanderszene einen Indikator. Es ist ein Wert, der auf Veränderungen schliessen lässt. Wir nennen ihn seit jüngstem den Sohlenverlustwert SVW. Bei einer Skala von Null bis Zehn lag der SVW bei uns auf der Fründenhütte in unserem ersten Hüttenjahr beim Wert Vier. Im Rekordjahr 2018 legte er zu und lag bei Sieben.»

Erzählt Bernhard Winkler, der zusammen mit seiner Frau Marianne die Fründenhütte des Schweizer Alpen-Clubs hoch oberhalb des Oeschinensees bei Kandersteg bewartet, im Kapitel „Schuhsohlen“ seines ersten Buches „Suppe mit … Komfort oder Wurst? Heitere und vertiefte Betrachtungen aus der Sicht des Hüttenwartes der Fründenhütte SAC“. Aber Bernhard verrät auch, mit entsprechendem Foto, wie sie als professionelle Amateur-Schuhreparateure dem SVW begegnen: „Nur noch schwach haftende Sohlen werden mittels Kabelbinder an den Schuh geheftet. Damit beides nicht verrutscht, wird ein Loch direkt quer durch den Absatzteil des Schuhs gebohrt. Der Schuh ist zwar futsch, aber die Sohle hält. Erstaunlich, noch nie erhielten wir die Rückmeldung, der «Flick» hätte nicht bis ins Tal gehalten.“ Ein gute Tipp – jedenfalls werde ich sofort ein paar Kabelbinder ins Erste-Hilfe-Set meines Rucksacks legen. Bei mir haben sich Sohlen nämlich auch schon selbständig gemacht.

Ein Hüttenbuch mit Mehrwert also. Nicht nur für zukünftige Touren. All die erfreulichen und lustigen, und leider auch mühsamen und traurigen Geschichten, wie sie das Leben halt schreibt und dies auf 2560 Meter über Meer noch intensiver tut: Davon berichtet Bernhard Winkler in 27 kurzweiligen Kapiteln. Von der Alpendohle Duri und von wilden Kerlen. Vom jährlich stattfindenden Fründenskirennen, bei dem am Vorabend jeweils der Nachtruhezeitpunkt etwas nach hinten verschoben wird. Von Gästen, die ein Einzelzimmer mit Dusche erwarten. Vom Fründenhorn-Ostgrat, der mehr und mehr abbröckelt. Vom neuen offiziellen Hüttenweg über die Fründenschnur, „eine einmalig spektakuläre Wegpassage, die ihresgleichen sucht.“ Nicht verpassen, weder diesen Weg, noch das Buch.

Ein zweites Hüttenbuch kann ich ebenfalls empfehlen: „2610 m. ü. M. Irma Clavadetscher – Ein Leben auf der Coaz-Hütte“. Irma Clavadetscher, geborene Müller, Jahrgang 1940, aufgewachsen im tief bürgerlichen und katholischen Schmerikon am Zürichsee, hatte andere Ziele und Träume von einem befreienden, spannenden, ja erfüllten Leben. Und sie lebte es – bzw. sie fand ihn, den Bündner Bergführer und Skilehrer Christian „Hitta“ Clavadetscher. Von 1963 bis 2001 bewirtschafteten die beiden die Chamanna Coaz hinten im Val Roseg im Oberengadin. Aber Irma war die eigentliche Hüttenwartin, eine der ersten in der Schweiz, denn ihr Mann war mit Gästen oft unterwegs. Wie sich Irma und Hitta kennenlernten, wie sie ihre Liebe und den Alltag zwischen Berg, Tal und Nachwuchs meisterten, was Irma in der Hütte Aufwühlendes und Berührendes erlebte, wie sie sich als Frau in der männlichen und weiblichen Bergsteigerschaft durchsetzen musste und konnte: All das erzählt Irene Wirthlin, pensionierte Gymnasiallehrerin an einer Zürcher Mittelschule, in ihrem ersten Buch.

Bernhard Winkler: Suppe mit … Komfort oder Wurst? Heitere und vertiefte Betrachtungen aus der Sicht des Hüttenwartes der Fründenhütte SAC. Eigenverlag, Höfen bei Thun 2021. Fr. 25.- Nur Fr. 20.-, wenn das Buch auf der Fründenhütte gekauft wird; mehr dazu unter www.fruendenhuette.com/shop. Bestellen bei: bernhard.winkler1@bluewin.ch.

Irene Wirthlin: 2610 m. ü. M. Irma Clavadetscher – Ein Leben auf der Coaz-Hütte. Hier und Jetzt Verlag, Zürich 2021. Fr. 36.-

Auf Pirsch

Die Jagd fasziniert und provoziert. Sie ist Teil des vielfältigen Beziehungsgeflechts, das Mensch und Tier verbindet. Auf geht’s zur Lese-Jagd.

25. August 2021

«‹Das war saugut›, lobte Alma am nächsten Tag ihre Rotte. Die Jagdhütte sei weg, die Jäger ihrer Basis im Wald beraubt, und mit Garantie würde nie jemand auf die Idee kommen, dass es vorsätzliche Brandstiftung war. Allerdings warnte Alma gleichzeitig vor allzu früher Euphorie: ‹Meine liebe Rotte, das war erst der Anfang.›»

Denn die Wildschweine wollten für alle Menschen die weissen Haie des Waldes werden. Aus so einfachem wie plausiblem Grund: Ein Jäger hatte an einem frühen Novembervormittag im Oberbaselbiet den Keiler Franz, den Herrscher des Waldes, erlegt. Und das wollte sich seine Rotte nicht gefallen lassen. Ein junges Mitglied sprach von „Schweinerei“, worauf ihn Leitbache Alma böse zurechtwies: „Pass deine Sprache an, Bürschchen. Das ist keine Schweinerei, das ist höchstens eine Menscherei!“ Barbara Saladin verfasste die überraschende Jagdgeschichte „Die Rotte“ für den blutfrischen Sammelband „MordsSchweiz“, den sie zusammen mit Paul Ott für das Schweizer Krimifestival herausgab, das am 17. und 18. September 2021 in Grenchen über die Bühne gehen wird.

Nicht die einzige lesenswerte der 25 Stories, die zu einem knappen Drittel im mörderischsten Kanton der Schweiz spielen – das Erbe von Glauser, Dürrenmatt & Co. halt. Doch die Jagd nach dem Verbrechen findet nicht nur in Bern, Spiez und Liebefeld statt, sondern auch am Lago Maggiore, auf der Moosalp, in Züri natürli und auf dem Matterhorn, dem richtigen, wobei der Titel vorsichtshalber und passenderweise „Matterhörnli“ heisst, weil das Rumklettern am Berg der Berge doch etwas zu locker vom Hocker geht.

Aber begeben wir uns noch richtig auf Pirsch. Mit dem Jagdroman „Tod am Steinernen Meer“ von Markus Bennemann. Das Steinerne Meer ist, so weiss es Wikipedia, ein verkarsteter Gebirgsstock mit ausgeprägten Hochflächenbildungen in den Nördlichen Kalkalpen. Und die Berchtesgadener Anomalie, die in diesem Krimi auch eine Rolle spielt, ist ein Phänomen der Geomagnetik. Die Hauptfigur in diesem gebirgig-geologisch-erotischen Jagdkrimi heisst Diana – wie denn sonst? Sie ist die Göttin der Jagd. Und, auch wenn das vielleicht auf den ersten und zweiten Blick nicht zusammengeht: des Mondes und der Geburt sowie die Beschützerin der Frauen und Mädchen. Item, diese Diana am Steinernen Meer hat es knüppeldick hinter den Löffelohren.

Wenn wir am Jagen sind: Der Schweizer Schriftsteller Meinrad Inglin war ein eingefleischter Jäger. In der Kurzgeschichte „Ein Jäger erzählt“ aus „Verhexte Welt. Geschichten und Märchen“ (1958) lässt er einen alten Jäger ein paar haarsträubende Geschehnisse schildern. Auf www.meinradinglin.ch/html/mainframe/themen/jaeger.html findet sich mehr zu diesem die Geister scheidenden Thema. Apropos Inglin: Der Limmat Verlag bringt im September 21 eine Auswahl aus seinen Erzählungen unter dem in diesem Jahr einem Volltreffer gleichenden Titel heraus – „Schneesturm im Hochsommer“.

Damit bleibt mir nur noch die edle Aufgabe, auf die neue Biwak-Ausstellung im Alpinen Museum der Schweiz zu zielen: „Auf Pirsch. Vom Handwerk der Jagd“. Sie macht sich auf die Spuren von Jägerinnen und Jägern und fragt, was sie antreibt, wie ihre Beziehung zum gejagten Tier ist und weshalb man heute überhaupt noch jagen soll. Guter Grund, Fährte aufzunehmen – für die Menschen so gut wie für die Wildschweine.

Paul Ott, Barbara Saladin (Hrsg.): MordsSchweiz. Krimis zum Schweizer Krimifestival. Gmeiner Verlag, Messkirch 2021. € 14.00. Alle Infos, Broschüre zum Download, Teilnehmende: https://krimifestival.ch/programm

Markus Bennemann: Tod am Steinernen Meer. Gmeiner Verlag, Messkirch 2021. € 12.00.

Meinrad Inglin: Schneesturm im Hochsommer. Erzählungen. Herausgegeben von Ulrich Niederer. Mit einem Nachwort von Usama Al Shahmani. Limmat Verlag, Zürich 2021. Fr. 28.00

Biwak#28 im Alpinen Museum der Schweiz in Bern: Auf Pirsch. Vom Handwerk der Jagd. 26. August 2021 bis 2. Januar 2022. Vernissage am Mittwoch, 25. August 2021, 18.30 Uhr im Yehud Menuhin Forum, Helvetiaplatz 6, Bern. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl beschränkt. Anmeldung bitte unter: booking@alpinesmuseum.ch oder 031 350 04 42.

Klettersteige – da und dort

Erlebnis Steilfels – auch für Nicht-Kletterer. Aber Schwindelfreiheit ist ein Muss. Ausser beim Lesen.

18. August 2021

«Klettersteig Britannia: gut gemachter Steig, clever dem festen Fels angepasst, nicht zu viel Eisen, so dass man immer noch nach Tritten und Griffen im Fels suchen muss, spektakuläre Szenerie mit Gletscherwelt zwischen Strahlhorn und Allalinhorn, mit Tiefblick auf Mattmarksee, mit Ausgesetztsein direkt oberhalb der Britanniahütte. Doch dieser Abstieg: zuerst noch einigermassen gäbig über Fels und Gras, aber dann mühsamst im Moränenschutt und Geröll – das Aufatmen ist gross, wenn man den guten Weg zur Hütte erreicht hat, bloss fehlen dann noch knapp 100 Höhenmeter dorthin…»

Soweit meine Einschätzung der jüngsten, am 3. Juli 2021 eingeweihten Via ferrata der Schweiz. Genau heute vor einer Woche haben wir den Klettersteig Britannia gemacht, bei wunderbarem Wetter, obwohl es beim Anmarsch von der Mittelstation Morenia ob Saas-Fee ins Egginerjoch nur kurz getröpfelt hat. In der aktualisierten Auflage von 2021 des Führers „Die Klettersteige der Schweiz“ fehlt diese hochalpine Via ferrata halt. Aber die Autorenseilschaft Anker-Hüsler werden ihn in die nächste Auflage aufnehmen, wann immer diese herauskommen wird. In der aktuellen werden erstmals zwei tierische Eisenwege vorgestellt: der hochalpine auf die Adlerflüe oberhalb der Turtmannhütte im Oberwallis und der auch für Jungvögel geeignete Klettersteig Adlerhorst beim Arnisee im Urner Reusstal. Kurz: Drei ganz unterschiedliche Vie ferrate für diejenigen, die in der Schweiz gut gesichert die Vertikale erleben wollen.

Wer eisenhaltige Luft im Ausland schnuppern möchte, darf zu zwei neuen Publikationen greifen. So zu „Via ferrata de France“ von Jocelyn Chavy und Philippe Royer. Sie stellen 150 Klettersteige zwischen Vogesen und Pyrenäen, Cantal und Corse, mit Schwergewicht natürlich auf den Alpen zwischen Léman und Méditerranée. Genaue touristische und klettertechnische Angaben, ergänzt mit spektakulären Fotos, machen aus diesem handlichen Führer ein unverzichtbares Werkzeug, la grande nation auf besondere (berg)sportliche Art zu entdecken. Vier französische Anlagen enthält übrigens auch der helvetische Führer; in Österreich, Liechtenstein und Italien schlägt er ebenfalls grenznahe Klettersteige vor. Eugen, gibt es grad nördlich des Rheins eigentlich keinen Klettersteig?

Eine eigentliche Klettersteigreise kann man mit „Dolomiten ohne Grenzen. Der Grenzen verbindende Klettersteighöhenweg der Dolomiten“ von Daniel Rogger unternehmen. Dieser Weg verbindet, ausgehend vom Kreuzbergpass in Südtirol, in neun anspruchsvollen Tagesetappen zwölf Klettersteige und siebzehn Hütten, quert Staats- und Sprachgrenzen. Wer nach den 125 Kilo- und 12‘000 Höhenmetern noch Zeit und Armkraft hat, wird südlich der berühmten Drei Zinnen eine weitere dreitägige Runde einlegen. Immer präsent auf diesem Via ferrata-Trekking ist der Erste Weltkrieg; der Rundweg wurde 100 Jahre nach Kriegsende mit Hilfe eines EU-Projekts als Klettersteig Friedensweg eröffnet. Führer und beiliegende Karte wiegen nur 250 Gramm; da läge die Mitnahme eines Klettersteig-Romans vielleicht drin.

1935 erschien im Philipp Reclam jun. Verlag in Leipzig Gustav Renkers Alpenroman „Fünf Männer bauen einen Weg“. Und zwar auf den Jôf di Montasio (2754 m), den zweithöchsten Gipfel der Julischen Alpen. Einfach geht das nicht, Schwierigkeiten menschlicher und technischer Art türmen sich. Aber am Schluss ist der Weg fertig, „und draußen im Lande italienischer und deutscher Zunge schreiben die Zeitungen von der wundervoll kühnen Anlage, die über Abgründe und Schluchten hinweg einen sicheren Pfad zur Spitze darstelle. Sie streiten auch wieder darüber, ob ein solcher Weg den Berg entweihe oder nicht.“

Daniel Anker, Eugen E. Hüsler: Die Klettersteige der Schweiz. AT Verlag, Aarau 2021. Fr. 34.90.

Jocelyn Chavy, Philippe Royer: Via ferrata de France. Éditions Glénat, Grenoble 2021. E 17.90.

Daniel Rogger: Dolomiten ohne Grenzen. Der Grenzen verbindende Klettersteighöhenweg der Dolomiten. Edizioni Versante Sud, Milano 2020. € 19.50.

Vom Wasser – Quellen und Gletscherseen

Ohne Wasser kein Leben. Ohne Bücher auch kaum. Zwei neue Bildbände erfrischen das aquatische Helvetien.

9. August 2021

Liebe, fromme Wassernixe,
Die dort in der Felsenbüchse,
Wohin nie die Sonne scheint,
Dies gesunde Wasser weint.

Ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse, dass ich wieder mal aus meinem Lieblings-Poesieband „Helvetiens Naturschönheiten“ von 1856 zitiere. Diesmal – und nur die erste von zehn Strophen – aus „Die Nymphe der Pfäfersquelle“ von Ulysses von Salis-Marschlins. Von der um das Jahr 1000 entdeckten Thermalquelle in der düsteren Taminaschlucht bei Bad Pfäfers wird natürlich mit Text und Bild berichtetet in dem am 9. August 2021 erscheinenden Buch „Quellen der Schweiz. Naturschauplätze im Wasserschloss Europas“ von Rémy Wenger, Jean-Claude Lalou, Roman Hapka. In zwölf Kapiteln bohren sie mit Hilfe weiteren vier AutorInnen die helvetischen Quellen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln an: vom Gotthard, dem Wasserschloss Europas, durch die unterirdischen Quellen, die von Tauchern erforscht werden, bis zu den Quellen des Lebens, genauer zur ziemlich unbekannten Flora und Fauna dort, wo das Wasser ans Licht kommt. Grund- und Mineralwasser, Heilquellen und Gewässerverschmutzung sind weitere Themen in diesem reich mit Fotos, Zeichnungen, Diagrammen und Karten illustrierten Buch. Es macht zudem Lust, ein paar der Quellen und Wasserläufe mal aufzusuchen: zum Beispiel die von Goethe erwähnte Quelle der Orbe im Tal von Vallorbe oder die warme Combioula-Quelle am Fluss La Borgne im Val d’Hérens. Die näheren Angaben zu 19 Quellenwanderungen finden sich auf www.randosourses.ch. Tour 10 führt zur Simmenquelle bei Lenk; das aus Sieben Brunnen hervorschiessende Wasser stammt vom mehr als 1000 Meter höher gelegenen Plaine-Morte-Gletscher.

Wer mehr wissen will zu diesem Plateaugletscher in den Berner Alpen am Rande zum Kanton Wallis, zu den unterirdisch abfliessenden Wassern und den gefährlichen Gletscherseen, muss zum noch fast druckfrischen Bildband „Die Plaine Morte und ihre Gletscherseen“ von Hans-Ueli Hählen greifen. Er dokumentiert minuziös die Gletscher-See-Wildbach-Eisverlust-Geschichte. Die durch den Klimawandel verursachte Gletscherschmelze hat in der Schweiz in den letzten zehn Jahren 180 neue Gletscherseen entstehen lassen. Aber längst nicht alle dieser eisigen Seen sind zum Glück so gefährlich wie der Lac des Faverges auf dem Glacier de la Plaine Morte. Er entwässert über den Trüebbach, der immer wieder für Unruhe und Überschwemmungen sorgt. So verheerend am 27. Juli 2018, als der randvolle Favergessee rasant auslief und der Trüebbach enorme Schäden verursachte – das Hochwasser zerstörte die fast 160 Jahre alte Schwappsperre auf dem Rezlibergli und neun Brücken. Seit 2019 gibt ein Entlastungskanal Sicherheit. Trotzdem bestand im August 2020 plötzlich wieder Hochwassergefahr, die Gebiete Fluhsee-Tierbergtäli und Rezliberg-Langermatte mussten gesperrt werden. Hölle und Himmel liegen da nicht weit auseinander: nur siebenhundert Meter Luftlinie zwischen der hellen Simmenquelle und dem trüben Bach. Trüb scheint auch der eingangs erwähnte Fluss zu fliessen. Ich wage, nochmals eine Strophe zu zitieren, diesmal aus einem Gedicht von Johann Jakob Reithard:

Hörst du’s donnern, zischen, brausen
Unter’m schmalen Felsensteg?
Hier in dieser Nacht voll Grausen
Scheint des Todes Bild zu hausen:
Der Tamina hohles Sausen
Füllt mit Schrecken unseren Weg.

Rémy Wenger, Jean-Claude Lalou, Roman Hapka: Quellen der Schweiz. Naturschauplätze im Wasserschloss Europas. Haupt Verlag, Bern 2021. Fr. 48.-

Hans-Ueli Hählen: Die Plaine Morte und ihre Gletscherseen. Werd & Weber Verlag, Thun/Gwatt 2021. Fr. 49.-

Auf den Spuren der Literatur

Wahre Fundgruben: zwei literarische Wanderführer und eine literaturgeografische Karte.

4. August 2021

«Der Montblanc gegen uns über schien der höchste, die Eisgebirge des Wallis und des Oberlandes folgten, zuletzt schlossen niedere Berge des Kantons Bern. Gegen Abend war an einem Platze das Nebelmeer unbegrenzt, zur Linken in der weitesten Ferne zeigten sich sodann die Gebirge von Solothurn, näher die von Neuchâtel, gleich vor uns einige niedere Gipfel des Jura, unter uns lagen einige Häuser von Vaulion, dahin die Dent gehört und daher sie den Namen hat. Gegen Abend schließt die Franche-Comté mit flachstreichenden waldigen Bergen den ganzen Horizont, wovon ein einziger ganz in der Ferne gegen Nordwest sich unterschied. Grad ab war ein schöner Anblick. Hier ist die Spitze, die diesem Gipfel den Namen eines Zahns gibt. Er geht steil und eher etwas einwärts hinunter, in der Tiefe schließt ein kleines Fichtenthal an mit schönen Grasplätzen, gleich drüber liegt das Tal, Vallorbe genannt, wo man die Orbe aus dem Felsen kommen sieht und rückwärts zum kleinen See ihren unterirdischen Lauf in Gedanken verfolgen kann. Das Städtchen Vallorbe liegt auch in diesem Tal. Ungern schieden wir.»

Wir auch. Die Aussicht von der Dent de Vaulion (1483 m) im Waadtländer Jura hat es in sich. Und wenn man noch solches Wetterglück hat wie Johann Wolfgang von Goethe am 25. Oktober 1779, darf man sich „von“ nennen… Die Besteigung notierte Goethe am 27. Oktober in Genf; sie ist enthalten in „Briefe aus der Schweiz 1779“. Digital zum Beispiel hier: www.promenade-belle-epoque.ch/de/panneaux/13/. Sowie im neuen Literaturwanderbuch „Lignes de crêtes. Promenades littéraires en montagne“. Darin werden zwanzig meistens längere Tageswanderungen vorgestellt: zehn im Wallis, drei in den Freiburger und Waadtländer Alpen, je zwei im Jura romand und im Graubünden sowie je eine am Genfersee, im Berner Oberland und im Urnerland. Neben den wandertouristischen Infos gibt es pro Tour mehrere längere (französischsprachige) Ausschnitte aus einem literarischen Text, versehen mit kurzen biografischen Angaben. Dazu kommen Kasten mit geomorphologischen Informationen. Die manchmal mystischen Fotos stammen von Olga Cafiero; die Legenden verschwanden leider irgendwie zwischen den Zeilen. Aber das Buch ist ja vor allem eine Anthologie. Und zum Mitnehmen ohnehin etwas zu schwer; ganz sicher jedenfalls nicht auf die knapp zehnstündige Wanderung von La Brévine auf den Creux-du-Van, wobei der Abstieg von dort oben nicht weiter angegeben wird. Dabei müssen auch die fleissigsten Literaturwanderer einmal vom Höhepunkt scheiden. Von Bücher ebenfalls – aber nur ungern.

Gottfried Keller, James Joyce und Thomas Mann: Kennen wir, bestimmt auch gelesen – oder wenigstens angelesen (Joyce). Aber wissen wir auch, dass diese berühmten Schriftsteller in Zürich gestorben sind? Ida Bindschedler und Kurt Guggenheim: Sie teilen das Schicksal der Erstgenannten, nur gingen sie (literarisch) vergessen. Peter Stamm, Charles Lewinsky und Petra Ivanov: Sie leben alle hoffentlich noch lange – und ihre Bücher spielen (grössten)teils in und um Zürich. Acht von zwanzig SchriftstellerInnen, deren Leben und Werke wir in „Auf den Spuren der Literatur. Poetische Wanderungen in und rund um Zürich“ kennen lernen. Unterhaltsame und einfühlsame Wanderungen und Texte, die auch den Wunsch wecken, mal wieder Else Lasker-Schüler oder Robert Walser, mal überhaupt Mascha Kaléko oder Viola Rohner zu lesen. Zwei Kritikpunkte: Ein Zürcher Literaturwanderbuch ohne den berühmten Autor, der immer wieder Stadt und Land zu Fuss durchstreift und darüber geschrieben hat? Max Frisch, 1911 in Zürich geboren, 1991 ebenda gestorben – geht natürlich nicht! Und: Auf den doppelseitigen Karten im fein illustrierten Buch hätte man die wichtigsten persönlichen und literarischen Schauplätze einzeichnen sollen.

Solches macht eine neue Website „Guida letteraria della Svizzera italiana“ https://map.geo.ti.ch/s/fgvF. Seite öffnen, Karte vergrössern und ein blaues Quadrat mit Anführungszeichen an einem bestimmten Ort anklicken (klappt manchmal nicht auf Anhieb, und auch noch nicht immer). Zum Beispiel mitten im Dorf Berzona im Valle Onsernone. Da ist er, der Max Frisch. Ausschnitt aus „Diario della coscienza 1966-1971“, der 1974 publizierten Übersetzung seines berühmten Tagebuches: „Chiunque venga dalle città dice subito: Che aria! – poi, con una certa apprensione – E che silenzio! Il terreno è ripido: terrazze coi solidi muretti a secco, castagni, un fico che ha la vita dura, giungla di more, due grossi noci, cardi ecc. Bisogna guardarsi dai serpenti. Quando Alfred Andersch, che abita qui ormai da anni, attirò la nostra attenzione sul piccolo podere, l’edificio era diroccato, una vecchia casa di contadini dalle spesse mura e con una stalla a forma di torre che ora si chiama Studio, il tutto ricoperto di granito.” Mit einem weiteren Klick können Benützer sehen, wo das Buch zu finden und auszuleihen ist. Viel Freude beim Lesen und Wandern!

Florence Gaillard, Daniel Maggetti, Stéphane Pétermann (Textauswahl und Wanderungen) Jonathan Bussard, Emmanuel Reynard (Texte zur Geomorphologie), Olga Cafiero (Fotos): Lignes de crêtes. Promenades littéraires en montagne. Les Éditions Noir sur Blanc, Lausanne 2021, Fr. 35.-

Ursula Kohler: Auf den Spuren der Literatur. Poetische Wanderungen in und rund um Zürich. Mit Katinka Ruffieux, Christian Baertschi, Chiara Kohler und Jonas Günstensperger. Werd & Weber Verlag, Thun/Gwatt 2021. Fr. 39.-

Guida letteraria della Svizzera italiana: https://map.geo.ti.ch/s/fgvF

Gehen – auf guten und schlechten Wegen

Gehen wir! Nur lesend nach Norwegen, lesend und wandernd im Graubünden.

29. Juli 2021

«Nicht den kürzesten, nicht den schnellsten, sondern den, der den geringsten Widerstand bot. Das war der Weg damals und das ist er heute: ein Richtungsweiser durch fremdes Gelände. Ein Garant dafür, dass sich derjenige, der ihn geht, zurechtfinden wird.»

Schreibt der norwegische Journalist und Buchautor Torbjørn Ekelund in seinem neuen Buch „Gehen. Eine Wiederentdeckung“, das heute Donnerstag, 29. Juli 2021, auf Deutsch erscheint. Die englische Übersetzung erschien vor gut einem Jahr unter dem Titel „In Praise of Path. Walking through Time and Nature“. Eine Wiederentdeckung ist Gehen insofern, dass seit der Corona-Epidemie mehr gegangen wird, erst recht vor der Haustüre und im eigenen Land. Gehen zwischen Buchdeckeln ist jedoch schon seit einigen Schritten en vogue; auch an dieser Stelle wurden ein paar Publikationen vorgestellt (https://bergliteratur.ch/gehen/).

In „Stiens historie. En reise til fots“ (wörtlich übersetzt: „Geschichte des Weges. Eine Reise zu Fuss“) erzählt Ekelund unterhaltsam und einfühlend von seinen verschiedenen Wanderungen durch Stadt und Land in Norwegen, diese verknüpfend mit alten selbst erlebten und allgemeinen Weggeschichten. Ja, mit der Geschichte des Gehens überhaupt; das ausgewählte Einstiegszitat knüpft an die Menschen der Steinzeit an, die sich in unbekannter Landschaft orientieren mussten. Uns geht es heute etwas leichter mit GPS, Smartphone und markierten Wegen.

„Ist der natürliche Weg die einfachste Strecke zwischen zwei Punkten, so ist der Wanderweg die schönste“, sagt (und hofft) Ekelund. „Der Zweck aller Wanderwege ist nicht praktischer, sondern ästhetischer Art. Sie sind bewusst so angelegt, dass sie durch eine besonders eindrucksvolle Natur und an Orten vorbeiführen, an denen der Wanderer eine Aussicht genießen kann.“ In meinem Exemplar von „Gehen“ unterstrich ich diese Sätze und setzte „hoffentl.“ dazu. Dass Wanderwege diese Anforderungen erfüllen, mag in Norwegen so sein. In der Schweiz (und im Fürstentum Liechtenstein) mit einem Wanderwegnetz von über 65‘000 Kilometern Wanderwege geht das leider nicht; da verlaufen gezwungenermassen (zu) viele markierte Abschnitte auf asphaltierten Wegen und Strassen und sind so nur praktischer Art. So geht das halt.

Und wo gehen wir? Hoffentlich auf guten Wegen. Die gibt es zum Beispiel genau dort, wo der Name auf schlechte hinweist. In der Viamala, in der „veia mala“, was übersetzt „schlechter Weg“ bedeutet. Also in dieser acht Kilometer langen Schlucht entlang des Hinterrheins zwischen Thusis und Zillis, dem berüchtigten Nadelöhr auf dem Weg von Chur zu den Alpenpässen Splügen und San Bernardino. Im Kultur- und Wanderführer „Passland Viamala. Höhen und Täler am Hinterrhein“ stellen Robert Kruker, Julian Reich und Andreas Simmen 20 gute und schöne, uralte und moderne Wege vor, von Reichenau-Tamins am Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bis zum Ursprung des Rein Posteriur. Diese Quelle kann allerdings nicht mehr genau bestimmt werden, da kein Gletschertor mehr offen steht, sondern nur noch mehrere Quellbäche über die einst von Eis bedeckte Ostflanke des Rheinwaldhorns herabrauschen. Den Paradiesgletscher gibt es noch, aber wer auf ihm gehen möchte, muss zuerst eine Geröllhölle überwinden. Überhaupt: Was sollen wir dort oben, wenn es weiter unten so gute Wege gibt? Wie den alten Knappenweg nach Innerferrera, oder den dortigen kürzlich eröffneten Waldweg. Er ist so neu, dass er auf map.geo.admin.ch noch nicht zu finden ist; dafür aber hier: www.graubuenden.ch/de/touren/waldweg-innerferrera#ueberblick. Auf geht’s – schöne Wanderferien im Passland Viamala.

Torbjørn Ekelund: Gehen. Eine Wiederentdeckung. Malik Verlag, Münschen 2021. € 18,00.

Robert Kruker, Julian Reich und Andreas Simmen: Passland Viamala. Höhen und Täler am Hinterrhein. Ein Kultur- und Wanderführer. Rotpunktverlag, Zürich 2021. Fr. 39.-
Buchvernissage am Samstag, 14. August 2021, um 17 Uhr im Buachlada Kunfermann in Thusis; Anmeldung unter info@buachlada-kunfermann.ch.

Bergführer-Jubiläen

Fünf (geschichtliche) Bücher zum schönsten und anspruchsvollsten Beruf in den Bergen. Geschrieben und gelebt von Männern und Frauen.

24. Juli 2021

«Mademoiselle, votre plume vous va comme à moi la corde.»

Ein sehr schönes Kompliment, das Jean Mugnier, Träger und angehender Führer der Compagnie des guides de Chamonix, seiner Klientin am 7. August 1838 nach der erfolgreichen Besteigung des Mont Blanc macht, als sie Zeile um Zeile in sein noch unbeschriebenes Führerbuch schreibt. Der Eintrag endet mit diesem Satz: „Je désire que cette attestation consciencieuse puisse lui faire un titre d’avancement dans la carrière à laquelle il se destine.“ Die Verfasserin ist Henriette d’Angeville, nach Marie Paradis die zweite Frau auf dem höchsten Gipfel der Alpen. Sie besteigt ihn am 4. August 1838, in Begleitung von sechs Führern und zwei Trägern. Für Jean Mugnier ist es auch das erste Mal.

Der passende Vergleich von Stift und Seil findet sich in „Compagnie des guides de Chamonix. 200 ans d’histoire(s)“ von Joëlle Dartigue-Paccalet und David Ravanel, erschienen in den Éditions Glénat. Nicht die einzige Publikation zum 200-Jahr-Jubiläum des ältesten Bergführervereins. Der andere grosse französische Bergverlag, die Éditions Guérin, legen „Le roman des guides“ von Gilles Chappaz auf. Das Vorwort des berühmten Bergführers Christophe Profit gipfelt in diesen Sätzen: „Alors, ne perdons jamais le sens de ce mot, engagement, car nous l’avons tous dans notre ADN. Pour que nous poursuivions tous, clients et guides, gardiennes et gardiens de refuge, notre belle histoire.“

Die Compagnie des guides de Chamonix entstand aus einem Gemeinderatsbeschluss vom 24. Juli 1821. Dieser betraf die Gründung eines Hilfsfonds, um den Familien von verunglückten Führern zu helfen. Die Expedition zum Mont Blanc von Joseph Hamel, Arzt und Berater des Zaren, im Jahr 1820 hatte drei Bergführern das Leben gekostet und für Schlagzeilen und Unruhe gesorgt; es war der erste grosse Unfall am beliebten Berg ob Chamonix gewesen. Am 9. Mai 1823 genehmigte der König von Sardinien – Savoyen gehörte damals nicht zu Frankreich – ein Manifest der Abgeordnetenkammer in Turin, das die Gründung der Compagnie des guides de Chamonix offiziell machte. Seit 200 Jahren sind also Führer werden, Führer sein und Führer vermittelt bekommen in Chamonix genau geregelt.

Aber welche der beiden Jubiläumsschriften sollen wir nun lesen? Les deux, mais bien-sûr! Beide warten mit hochspannenden, bekannten und unbekannten Geschichten auf, beide sind fein illustriert, mit alten und neuen Abbildungen. Aber diejenige von Glénat ist deutlich günstiger. Und was machen wir mit den gesparten Euros? Ganz einfach: Wir kaufen das Jubiläumsbuch „Meister der Vertikale. Die Geschichte der Südtiroler Bergführer“. Nur schon aus sprachlichen Gründen… Es lohnt sich auch sonst, allein wegen der zahlreichen, sehr ansprechenden Illustrationen inklusive passender Legenden. So heisst es beispielsweise beim Foto vom Becherhaus (3195 m), der höchstgelegenen Hütte Südtirols, darauf der angestellte Bergführer, weibliches Servierpersonal und Touristen in einer Reihe stehen: „Das Becherhaus war übrigens eines der ersten Schutzhäuser mit eigener Kapelle. So konnte man auch am Sonntag zu einer Tour aufbrechen, ohne fürchten zu müssen, direkt in der Hölle zu landen.“ Der zwingende sonntägliche Gottesdienst vor oder nach dem Zmorge, und dann hinauf auf den Wilden Freiger! Dass die Südtiroler Bergführer nun ihr 150jähriges Jubiläum feiern, geht auf die vom Deutschen Alpenverein erlassene „Bergführerordnung giltig für Tirol und Vorarlberg“ vom 4. September 1871 zurück. Ja, damals gehörte auch noch der Ortler und andere berühmte Gipfel südlich des Alpenhauptkamms zu Tirol. Ein tolles Buch, mit vielen Kurzporträts berühmter und weniger bekannter (süd)tiroler Bergführern, so auch von Siegfried Messner, dem Gründungspräsidenten des Verbandes der Südtiroler Berg- und Skiführer. Bruder Reinhold warf sein Bergführer-Abzeichen mal dem Landeshauptmann vor die Füsse. Touristische, politische und sprachliche Auseinandersetzungen gehen im Südtirol auch an den Bergsteigern nicht spurlos vorüber.

Doch knoten wir uns ins Italienische ein und ziehen ein viertes Jubiläumsbuch zu Bergführern aus dem schweren Rucksack: „Macugnaga. Due secoli di Guide Apine“, verfasst von einer Viererseilschaft. Es ist eine Neuauflage der ersten, kleinen Auflage von 1992, die nicht mehr greifbar war. Die Geschichte der Bergführer von Macugnaga beginnt mit der Ankunft des berühmten Genfer Naturforschers und Alpinisten Horace Bénédict de Saussure am 24. Juli 1789. Der Aufenthalt wird ihm vom Regen vermiest, doch ein Schönwetterfenster erlaubt ihm die Besteigung des Vorgipfels des Pizzo Bianco (3215 m), idealer Standort für die direkte Beobachtung der Ostwand des Monte Rosa, der höchsten Wand der Alpen, gekrönt von den vier höchsten Gipfeln der Schweiz. Führer von de Saussure ist der Einheimische Giovanni Battista Jachetti, in die Geschichte eingegangen als erster Bergführer Italiens. Ein anderer Führer von Macugnaga ist Ferdinand Imseng, Erstdurchsteiger der Ostwand am 22. Juli 1872; am 8. August 1881 wird er dort, bei einer erneuten Begehung mit Gast Damiano Marinelli und Zweitführer Battista Pedranzini, von einer Lawine in den Tod gerissen. Eine der vielen Geschichten im Buch. Eine andere stammt aus dem Tourenbuch von Beatrice Canestro Chiovenda, die am 28. August 1922 mit ihrem Bruder Renzo, dem Führer Cristoforo Jacchini und dem Träger Erminio Jacchini durchs Marinelli-Couloir auf die Punta Dufour klettert.

Und wenn wir mit Frauen und Bergführern unterwegs sind, dann gehört folgendes, ebenfalls neues Buch unbedingt in den Rucksack: „Première de cordée“ von Martine Rollande. Ein genialer Titel, weil er an den berühmten Roman „Premier de cordée“ von Roger Frison-Roche anklingt, der 1930 als erster Nicht-Einheimischer in die Compagnie des guides de Chamonix aufgenommen wurde. Martine Rollande war 1983 die erste französische Bergführerin. Die erste Bergführerin überhaupt ist die Britin Gwen Moffat, die 1958 das britische Bergführerdiplom machte. Kurz nach ihr (in den frühen 1960er-Jahren) erhielt Brede Arkless das britische und das internationale Bergführerdiplom. Mit feiner Feder erzählt Martine Rollande, wie und warum sie diesen Beruf wählte, welche Schwierigkeiten sie in diesem von Männern dominierten Milieu überwinden musste – und diese waren happiger als die schwierigsten Wände und höchsten Gipfel. So gab bei der Ausbildung in Chamonix einer der (altgedienten) Führer unmissverständlich den Tarif durch: „Même si techniquement elle a ses chances, de mon vivant, je ne laisserai aucune femme réussir l’examen!“

Joëlle Dartigue-Paccalet, David Ravanel: Compagnie des guides de Chamonix. 200 ans d’histoire(s). Éditions Glénat, Grenoble 2021. € 30,00.

Gilles Chappaz: Le roman des guides. Éditions Guérin–Paulsen, Chamonix 2021. € 56,00.

Verband der Südtiroler Bergführer (Hrsg.), J. Christian Rainer: Meister der Vertikale. Die Geschichte der Südtiroler Bergführer. Edition Raetia, Bozen 2021. € 25,00 [I], € 27,50 [D/A].

Beatrice Canestro Chiovenda, Enrico Rizzi, Teresio Valsesia, Luigi Zanzi: Macugnaga. Due secoli di Guide Apine. Comitato della Comunità Walser di Macugnaga, 2021. € 28,00.

Martine Rolland: Première de cordée. Éditions Glénat, Grenoble 2021. € 20,00.

Vier Ferienkrimis

Bei diesem katastrophalen Wetter hilft vielleicht lesen, wenn es die Umstände überhaupt zulassen.

15. Juli 2021

«Im strömenden Regen war vor ihren Augen ein einziges Flimmern, ein gleißendes Licht. Über dem Meer riss der Himmel auf. Die Wolkendecke schien von unsichtbarer Hand wie ein Verdeck aufgerollt zu werden, Meter für Meter. Cirillo traute ihren Augen nicht. Sie konnte zusehen, wie ein tiefes Blau zum Vorschein kam und die Sonne das Meer nach und nach in einen glitzernden Teppich verwandelte. Tausende Lichter begannen auf der Wasseroberfläche zu tanzen, während sie hier oben, auf dem Monte Capello, dem zweithöchsten Berg von Capri, im Regen stand.»
Luca Ventura: Bittersüße Zitronen. Der Capri-Krimi. Diogenes Verlag, Zürich 2021, € 16,00. Der zweite Fall für Enrico Rizzi und Antonia Cirillo. Gefiel mir besser als der erste. Und das nicht nur, weil eine entscheidende Passage beim Gipfelkreuz des Monte Capello (514 m) spielt.

«Doch es war zu früh, um aufzuatmen. Das Gewitter war nicht vorbei, und schon hörte Alexa wieder das dunkle Geräusch des Donners. Als sie sich umblickte, erschrak sie. Den Weg, dem sie zu folgen glaubte, konnte sie nirgends mehr ausmachen. Sie blieb stehen, sah sich um. Eindeutig: Da war nichts. Keine Spur, kein Pfad. Sie hatte sich verlaufen! Verzweifelt suchte sie die Stämme ringsum nach Markierungen ab, aber auch da war nichts. Die Karte war mittlerweile schon völlig durchweicht, außerdem hatte sie keine Ahnung, wo sie sich überhaupt befand. Wütend stopfte sie sie in den Rucksack. Dann kramte sie nach ihrem Handy, doch wie nicht anders zu erwarten, hatte sie keinen Empfang. Und das Funkgerät lag in der Einsatzzentrale.»
Anna Schneider: Grenzfall. Der Tod in ihren Augen. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a.M. 2021, € 11,00. Der erste Fall für das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Aber keiner für zarte Seelen, denn der Kletterunfall entpuppt sich als grausam inszenierter Mord. Wir fürchten uns schon vor dem zweiten Fall.

«Die Brücke war einfach verschwunden. Wo vor einigen Stunden noch Längsträger und Querbretter gelegen hatten, tobte ein brauner Fluss mit weißer Gischt. Der ohrenbetäubende Lärm der Wassermassen übertönte sogar den Gewitterdonner. Ein paar der Bretter kreisten im strudelnden Kehrwasser hinten den Felsen, der ehemals die Brücke getragen hatte. Der Großteil der Konstruktion war vom Adratsbach mitgerissen worden und driftete mittlerweise vermutlich in der Steinacher Achen oder schon in der Vils. Die tiefe Schlucht war fast bis zum Oberrand mit Wasser gefüllt, der kleine Bach, den man normalerweise an vielen Stellen mit einem Sprung überwinden konnte, war auf eine Breite von mindestens acht Metern angeschwollen.»
Hans Compter: Der Donner bringt den Tod. Alpenthriller. Bergverlag Rother, München 2021, € 13,00. Ein Bergkrimi von leider beängstigender Aktualität. Der vermeintliche Zufluchtshof in einem Bergasthaus wird zu Hölle, und die Fluchtwege sind überschwemmt. Also erst lesen, wenn sich die Hochwassergefahr wieder verzogen hat.

«Du liest zu viele Krimis.»
«Und du gehst lieber laufen, als mir zu glauben. Sport, Sport, Sport, du denkst ja an gar nix anderes mehr. Diese Franzi ist nicht gut für dich.»
«So, das reicht. Ich geh.»
«Dann geh halt.»
«Tu ich auch.»
«Bitte.»

Joe Fischler: Totentanz im Pulverschnee. Ein Fall für Arno Bussi. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021, € 11,00. Ja dann geh nur, für Pulverschnee ist es eh noch ein paar Wochen zu früh. Andererseits sind wir auch froh, wenn der zu viele Niederschlag als Schnee fällt, das verzögert das Abfliessen der Wassermassen. Allerdings sind es Schneemassen, in denen Arno bei seinem dritten Fall versinkt. Nicht nur er. Wie auch immer: Schnee, Hagel, Regen. Einfach H2O. Wir möchten aber S hoch drei, nämlich rundum Sonne. Schöne Ferien, trotz allem!