Pilatus

Pilatus, der Berg. Einmal im Leben solle man ihn bestiegen haben, oder befahren mit der Zahnradbahn, die seit 125 Jahren Gäste auf die felsigen Höhen befördert. Gelegentlich werden dort oben sogar Einheimische gesichtet. Zum Beispiel Fotografen und Autorinnen für die besprochenen Bücher.

Layout 1„Die steilste Zahnradbahn der Welt, eine noch luftigere Seilbahn, schmucke Hotels und beliebte Restaurants, Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeit, Aussichtsterrassen und Freizeitanlagen haben den Pilatus längst zu einem der beliebtesten und vielfältigsten Ausflugsziele der Zentralschweiz gemacht – zu einem Ausflugsziel, der Besucher aus fernen Ländern ebenso anzieht wie Leute aus der näheren Umgebung. Selbst Sportkletterer, Gleitschirmflieger und Extremskifahrer können hier, vor den Toren Luzerns und hoch über dem Vierwaldstättersee, ihren Leidenschaften frönen. Wie kaum ein anderer Berg in der Schweiz bietet der Pilatus eine prächtige Kulisse für die unterschiedlichsten Formen der Naturerfahrung.“

Schreibt Marco Volken in der Einleitung zum Bildband, den er zusammen mit Caroline Fink und Peter Krebs zum 125. Jubiläum der Zahnradbahn auf den Luzerner Hausberg am Lake Lucerne im Zürcher AS Verlag geschaffen hat. Fast alle Farbfotos sind von Volken: starke, romantische, ungewöhnliche, eisenbahntechnisch genaue Fotos. Einfach so vielfältig wie der Berg selbst. Wer wie ich – es sei hiermit zugegeben – noch nie auf dem Pilatus war, kennt ihn nun ziemlich gut, auch wegen der wohlinformierten und -formulierten Texte sowie der alten Schwarzweissbilder und bunten Plakate. Gleichzeitig verwandelt dieses Buch den bisherigen Gedanken, man sollte vielleicht einmal im Leben den Pilatus besuchen, in den brennenden Wunsch, dies gleich zu tun. Und zwar beim ersten schönen Tag, für den der Wetterbericht halbwegs blauen Himmel von morgens bis abends verspricht. Wenn’s dann trotzdem zu regnen oder zu schneien beginnt, ist’s nicht weiter schlimm: Wir ziehen das Buch aus der Reisetasche und lesen und schauen. Heimatkunde im besten Sinne, auf 1632 Meter über dem Vierwaldstättermeer. Oder zuhause natürlich.

Zentralschweizer Voralpen NESportkletterer, die nun genau wissen wollen, wie schwer die Routen am Esel sind, am zweithöchsten, von der Zahnradstrecke durchbohrten Gipfel des Pilatus, finden im neuen SAC-Kletterführer „Zentralschweizer Voralpen Nordost“ von Urs Lötscher alle nötigen Infos. Im Sektor Eselei beispielsweise sind 13 Routen zu klettern, vom Sancho Paso über den Goldesel bis zu Esel reck dich! Am Matthorn, an dessen Ostfuss die rote Bahn vorbeirattert, warten Routen mit so unterschiedlichen Namen wie Ochsetuur und Eigerblick, Paradies und Schrott, Sommer in Korsika und Wettermacher.

Wie gerade Wolken aber der Landschaft zu zauberhaftem Licht verhelfen, zeigt der Fotograf Armin Grässl in seinem postkartengrossen Buch „Best of Lake Lucerne“. Darin spielt der Pilatus eine Hauptrolle – of course.

Lake LucernePilatus also. Wer nun seine Flugzeuge fliegen sehen will, wandert am letzten August- und am ersten September-Wochenende nach Payerne an die Air14. Mit dieser Veranstaltung feiert die Schweizer Flugwaffe ihr hundertjähriges Bestehen. Mit in der Luft zum Beispiel das Trainingsflugzeug P-2 der Pilatus Flugzeugwerke AG, das am 27. April 1945 erstmals am Fusse des Pilatus abhob.
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Marco Volken, Peter Krebs, Caroline Fink: Erlebnis Pilatusbahn. Die steilste Zahnradbahn der Welt. Pilatus Railway Experience. The world’s steepest cogwheel railway. AS Verlag, Zürich 2014, Fr. 58.-

Urs Lötscher: Kletterführer Zentralschweizer Voralpen Nordost. Wägital/Mythengebiet/Morschach-Muotatal/Bisistal/Rigi/Pilatus. SAC Verlag, Bern 2014, Fr. 59.-

Armin Grässl: Best of Lake Lucerne. Till Schaap Edition, Bern 2014, Fr. 25.-

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