Der Mailänder Bergsportverlag Versante Sud veröffentlicht Kletterführer für ganz Italien, oft auch in deutscher Übersetzung. Jüngst für die Gebiete Adamello, Aostatal und Arco. Andiamo!
«Geringe Schwierigkeiten, bester kompakter, weißer Kalk, ein absolut grandioser Blick über den nördlichen Teil des Gardasees und Nago: Der Sektor A von Belvedere bietet all das und ist deshalb eines der beliebtesten Klettergebiete des ganzen Führers.»
Wenn ein Gelände oder Gebäude Belvedere heisst, sollte der Namen mit dem schönen Ausblick zusammenfallen. Beim Klettergebiet oberhalb des Dorfes Nago fast am Ufer des Lago di Garda stimmt die Übereinstimmung, das dazu gesetzte Foto ebenfalls, wenigstens was die Aussicht betrifft; die Kletterschwierigkeit allerdings scheint ein Grad mehr als «gering» zu sein. Doch es gibt im Sektor A von Belvedere, wie die Zusammenstellung zeigt, wirklich mehrere Routen zwischen 3a und 5c; ideal also für Klettereinsteiger. Könner kommen im Sektor B zu ihren Zügen. Und überhaupt: Wer mit der sechsten, im Mai 2026 gelieferten Auflage des Führers «Klettern in Arco» an die Felsen will, kann sich gleich eine Wohnung am Gardasee mieten: Mario Manica, Antonella Cicogna und Fabio Leoni stellen in 139 Gebieten 6000 Routen vor. Mit 808 Seiten ist der Führer für Arco, Lago di Garda Nord, Sarcatal, Val di Ledro, Judikarische Täler und Rovereto denn auch der dickste aller Führer von Versante Sud Edizioni.
Der Mailänder Bergsportverlag Versante Sud veröffentlicht Kletterführer für ganz Italien, oft auch in deutscher Übersetzung. Ebenfalls im Mai 2026 kam die erste Ausgabe von «Adamello Himmelsleitern» heraus, und zwar Band 2 mit der Ostseite. Paolo Amadio und Nicola Binelli stellen klassische und moderne Routen im Valle del Caffaro, Valle Aperta, Valle di Daone und Valle di Breguzzo vor. Schon mal von diesen Tälern in den italienischen Alpen gehört? Ich jedenfalls nicht. Vom Adamello hingegen schon. Dieser noch fast ringsum vergletscherte Gipfel (3539 m) erhebt sich in Alpi Retiche meridionali, nur 26 km Luftlinie östlich von Tirano im Veltlin und so von der Grenze zur Schweiz. Nur zum Vergleich: Die kürzeste Distanz zwischen der Schweiz und dem Mont Blanc beträgt 18 km. Wer also unbekannte felsige Wege zum Himmel sucht, wird hier sicher fündig. Wie wär’s mit Scoglio di Boazzo beim Lago di Malga Boazzo? Einige der meistens höchst schwierigen Routen dort «gelten längst als Inbegriff für das Klettern auf dem silbernen Tonalit des Adamello».
Wir bleiben in der Nähe der Svizzera – und beim Buchstaben A. Von Arco und Adamello ins «Aostatal», und zwar ins untere Valle d’Aosta, dessen nördliche Seitentäler mit den obersten Dörfern Breuil-Cervinia, Saint-Jacques-des-Allemands und Staffal bis ans Wallis hinauf reichen. Andrea Mettadelli, Paolo Tombini und Nicola Vota widmen sich dem Sportklettern. Also keine steinschlaggefährlichen Anstiege wie in der Südwand des Cervino, keine stundelangen Zustiege über Geröll und Eis wie zum Castor oder Lyskamm, sondern kurze, sichere, bestens gesicherte oder abzusichernde, sonnige oder schattige Routen in Talnähe. Worauf warten wir noch?
Mario Manica, Antonella Cicogna, Fabio Leoni: Klettern in Arco. Arco, Lago di Garda Nord, Sarcatal, Val di Ledro, Judikarische Täler, Rovereto. Versante Sud Edizioni, Milano 2026, € 39,00.
Paolo Amadio, Nicola Binelli: Adamello Himmelsleitern. Band 2: Ostseite. Valle del Caffaro, Valle Aperta, Valle di Daone, Valle di Breguzzo. Versante Sud Edizioni, Milano 2026. € 43,00.
Andrea Mettadelli, Paolo Tombini, Nicola Vota: Aostatal Sportklettern. Band 1: Valchiusella, Canavese, Unteres Aostatal, Valle di Gressoney, Valle di Champrocher, Valtournenche. Versante Sud Edizioni, Milano 2025. € 41,00.



























