Premier de cordée

Das ist DER französische Bergroman von Roger Frison-Roche. Hauptfiguren sind die Berge selbst und die Männer, die von Berufs wegen mit ihnen kämpfen müssen … die Bergführer des Tals von Chamonix.

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« Adieu donc ! »
Pierre coupa à travers la patinoire transformée par l’été en terrain vague, longea le bois de Bouchet et prit la route des Mouilles. La vallée était plongée dans l’ombre, mais le soleil caché par les coupes boisées du Prarion illuminait encore la montagne au-dessus des forêts. Le torrent de Blaitière cascadait et grondait dans sa gorge rocheuse ; la brise du soir ployait les tiges hautes des avoines de des seigles verts.
Aline l’aperçut de loin qui montait par le sentier de chars. La joie transfigurait le visage de son fiancé ; elle n’eut pas besoin d’explication.
Il lui prit doucement la main et demanda :
« Ta maman est là ?
– Oui, dans la salle commune.
– Viens, nous avons des tas de choses à lui dire. »
Ils franchirent le seuil exhaussé du vieux chalet et laissèrent la porte grande ouverte derrière eux.
On n’entendait plus dans le village que le murmure de l’eau courante qu’un chéneau de sapin déversait à pleins bords dans le bachal.
Et comme la nuit était venue, des lumières apparurent un peu partout dans la vallée.

Voilà! So beendete Roger Frison-Roche in Alger am 22. Februar 1941 seinen ersten Roman, der zuerst als Fortsetzungsroman in der „Dépêche algérienne“ und 1941 in Buchform bei Arthaud in Paris erschien. Orell Füssli publizierte 1942 unter dem Titel „Seilgefährten“ die deutsche Übersetzung, die bis 1967 fünf Auflagen erlebte. 1982 druckte der Carta Verlag unter dem besseren Titel „Erster am Seil“ eine weitere Auflage.

„Premier de cordée“: Das ist DER französische Bergroman. Noch immer, pour toujours. Roger Frison-Roche, geboren am 10. Februar in Paris und gestorben am 17. Dezember 1999 in Chamonix, schildert darin den schwierigen, von einem Bergunglück überschatteten Werdegang von Pierre Servettaz zum Bergführer Mitte der 1920er Jahre. Der Roman „spielt in der grandiosesten Alpenlandschaft Europas, dem Montblancgebiet … Hauptfiguren sind die Berge selbst und die Männer, die von Berufs wegen mit ihnen kämpfen müssen … die Bergführer des Tals von Chamonix“  (Klappentext). Der Journalist und Schriftsteller Roger Frison-Roche kannte sich damit bestens aus; 1930 wurde er als erster Nicht-Einheimischer in die „Compagnie des guides“, den Bergführerverein von Chamonix, aufgenommen – eine sehr grosse Ehre. Nun ist „Premier de cordée“ in einer Neuauflage erschienen, und zwar erstmals illustriert mit über 300 zeitgenössischen Fotos, welche zum Teil die Bergführer und die Touren zeigen, die Roger Frison-Roche zum Vorbild hatte, als er in Algerien den Roman schrieb. Und zugleich ist diese Neuauflage das 100. Buch der Éditions Guérin – ein schöneres Geburtstagsgeschenk wäre nicht möglich gewesen.

Michel Guérin hatte 1995 in Chamonix die auf klassische und moderne Bergliteratur spezialisierten Éditions Guérin gegründet. Sie gefielen vom ersten Buch an – einer illustrierten Neuauflage des Weltklassikers „Les conquérants de l’inutile“ von Lionel Terray – mit einer aussergewöhnlichen Präsentation von Inhalt und Form. Die Pflege klassischer Bergliteratur und der Mut, neue und anderssprachige Autoren zu verlegen, sind Programm bei Guérin. Die Bücher sind erkennbar an ihrem Einband: rot wie die Socken und Pullover der Bergsteiger in den Jugendjahren von Michel Guérin. Im Jahre 2004 erhielt er für seine Verlagstätigkeit den King Albert Mountain Award der in Zürich beheimateten King Albert I. Memorial Foundation, einer Stiftung zu Ehren des belgischen Königs und Kletterers Albert des Ersten. Michel Guérin erlebt sein 100. Buch nicht mehr:  Er starb an einem Herzinfarkt in Chamonix am 24. Oktober 2007, seinem 55. Geburtstag.

Roger Frison-Roche: Premier de cordée. Préface de Philippe Claudel. Éditions Guérin, Chamonix 2009, Fr. 93.20. www.editionsguerin.com

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