Rother Wanderführer Schweiz

Wer wandert, nimmt die roten Rother Wanderführer mit. Neu auch für den Aargau.

„Gewiss: Im schweizerischen Mittelland gibt es unzählige erratische Blöcke, aber nur der Erdmannlistein bei Wohlen kann von sich behaupten, sogar einen eigenen Bahnhof zu haben.“

So leitet Jürg Schrammel die blaue Tour 41 „Erdmannlistein – Boswil – Wohlen“ in seinem eben erschienen Rother Wanderführer „Aargau mit Basel und Luzerner Mittelland“ ein. Der Führer präsentiert mit allen nötigen (wander)touristischen Infos 55 Touren zwischen Basel und Luzern: aussichtsreiche Gratwandrungen, gemütliche Spaziergänge an See- und Flussufern, Streifzüge durch historische Ortskerne. Die Vorschläge reichen von 1 Std. 45 Min. bis zu 8 Stunden; ja, der Reussuferweg von Sins nach Brugg dauert gar drei Tage. Von der Schwierigkeit her sind die allermeisten Touren blau; immerhin stellt der aus dem Aargau stammende Autor zwölf rote und vier schwarze vor, so die Walhalla an der Lägern.

Mit dem Band „Aargau“ schliesst die insgesamt 370 Titel umfassende Reihe der roten Rother Wanderführer eine grosse Lücke in der Schweiz. 22 Bände decken nun fast das ganze Land ab. Zu den erfolgreichsten gehören, nicht weiter verwunderlich, „Oberengadin“, „Berner Oberland Ost“, „Vierwaldstättersee“ und „Oberwallis“; letzterer kommt demnächst in aktualisierter Auflage heraus. In vollständig neu bearbeiteter Auflage erschien eben der Band „Glarnerland“. Das gilt auch für „Ossola“; dort führt aber nur eine Tour kurz durch die Schweiz. Im Weiteren bietet der Rother Verlag andere Führer für die Schweiz an, so die meist grünen Wanderbücher und die blauen Skitourenführer.

Hier erhält man einen guten Überblick über die roten Bände:
www.google.com/maps/d/viewer?mid=1FU0uooNn12OoVu2XFT1pioaN3Vs&ll=46.674188626174775%2C7.07528637283292&z=10. Drei grössere weisse Flecken fallen da auf: das untere Toggenburg zwischen Wattwill und Uzwil, das Reusstal zwischen Rotkreuz und Bremgarten (wird aber mit der dreitägigen Reussufertour aus dem neuen Band „Aargau“ durchschritten). Und, wirklich auffällig nicht rot eingefärbt: das welsche Mittelland zwischen Lac de la Gruyère und Lac de Neuchâtel, Murten- und Genfersee. An allen vier Seen führen zwar rote Routen aus verschiedenen Rother Wanderführern entlang. Aber sonst? Die grosse Leere. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass deutschsprachige Benützer von Führern nicht allzu gern in die Romandie reisen; Band „Gruyère – Diablerets“ von 2006 kriecht immer noch in der ersten Auflage am Moléson und am Oldenhorn herum. Ein anderer Grund könnte die Ebene der Broye sein, die in Lac de Morat mündet: Das Flachland dort und seine hügeligen Ränder sind das grösste wanderwegfreie Gebiet der Schweiz, ausser natürlich den vergletscherten Regionen in den Alpen. Dabei gäbe es im Gebiet zwischen den vier erwähnten Seen einiges zu erwandern und zu erleben. Auch erratische Blöcke; so den 267 Tonnen schweren, 300 Millionen alten, 5 Meter hohen und erkletterbaren Findling Pierre à Cambot bei Romanel-sur-Lausanne.

Jürg Schrammel: Aargau mit Basel und Luzerner Mittelland. Rother Wanderführer, München 2019, Fr. 21.90.

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