Zweifach St. Moritz

Friedrich Nietzsche hielt es vor über hundert Jahren nicht lange aus in St. Moritz – und so geht es heute noch manchen Besuchern angesichts dieses baulichen «Gerümpels zwischen Bad und Dorf» und den Pelz und Perlen tragenden Blondinen aus fernen Landen. Die Autorinnen und Autoren der besprochenen Bücher allerdings haben es ausgehalten und «die Stadt im Dorf» offenbar auch lieb gewonnen. Vielleicht braucht es dazu einfach etwas mehr Zeit, als sich Nietzsche nahm, – und wohl auch etwas mehr Geld.

25. November 2014

Cover St. Moritz Stadt im Dorf„Vor allem bei Erstbesuchern, die auf der Suche nach ihrer Vorstellung von St. Moritz durch den Kurort wandern, macht sich Ernüchterung breit. Ist dieses Gerümpel zwischen Bad und Dorf wirklich St. Moritz? Vor Ort laufen die geweckten Erwartungen ins Leere. Der Erfolg der Marke hat sich längst vom Gebauten gelöst. Der Tourist erkennt in der Summe von Einzelinteressen kein Gemeinsames mehr und verliert die Orientierung. Überwältigende Privatheit macht St. Moritz zum Nicht-Ort. Denn das Fehlen von öffentlichem Raum, der ‚Personen miteinander mischt und eine Vielfalt von Aktivitäten anzieht‘ [Richard Sennett, 1983], lässt das gesellschaftliche Leben versiegen. Dieses Nicht-ankommen-Können ermüdet, ‚hässlich‘ ist das Attribut der einen, von ‚Betonwüsten‘ sprechen andere. Anstelle eines freundlichen Willkommens durch die strahlende St. Moritzer-Sonne unterkühlen kalte Betten das Bild des Stadtdorfes. Hier wird nicht gewohnt, sondern Geld parkiert.“

Nicht eben sonnige Worte von einem Duo, das seit zwölf Jahren unter der berühmten Sonne von St. Moritz lebt und arbeitet. Cordula Seger ist Kulturwissenschaftlerin und Politikerin, Christoph Sauter Architekt. Nun haben sie zusammen mit Jan Alinče jun. und Dagmara Żukowska ein grosses und dickes, schönes und fundiertes Buch zu ihrem heimatlichen Ort verfasst. Es heisst schlicht „St. Moritz“ und hebt im Untertitel das Besondere dieses weltberühmten Fleckens im Oberengadin hervor: „Stadt im Dorf“. Zweiteilig ist auch das 275-seitige Werk. Einerseits eine mit starken alten und neuen (von Michael Peuckert) Fotos illustrierte Kulturgeschichte und Architekturkritik der Siedlung, die zwischen Dorf und Stadt hin und her wandert. Und andererseits ein mutiger, wahrscheinlich aber Papier bleibender Entwurf, wie der Ansammlung von Bauten zwischen Bad und Dorf, zwischen See und Berg ein neues Gesicht mit mehr öffentlichem Leben gegeben werden könnte. Wenn diese aufgezeichnete Zukunft wohl utopisch ist, so sind doch Vergangenheit und Gegenwart von St. Moritz noch nie so kompakt (und kritisch) gewürdigt worden. „Es geht darum, einen Marschhalt einzulegen und sorgfältig zu prüfen, wie St. Moritz auf Basis der Analysen, Auslegeordnung und Anregungen von Christoph Sauter und Cordula Seger seine bauliche Zukunft in die richtige Richtung steuern kann“, fordert Hans Peter Danuser von Platen im Nachwort.

Cover St. Moritz einfachDanuser schrieb aber nicht nur dieses Nachwort, sondern auch ein ganzes Buch. „St. Moritz einfach. Erinnerungen ans Champagner-Klima“ nennt der ehemalige Kurdirektor von St. Moritz seine Memoiren. Der Hauptteil besteht aus 30 Geschichten über seine 30 Direktionsjahre von 1978 bis 2008, unter anderem über Heidiland und Polo auf Schnee, Alphornreisen und Schickimicki, Glacier Express und Gourmet Festival, Top of the World und auch Flops. Danuser erzählt aber ebenfalls über sein Leben zuvor und danach, über seine sonnige Wahl zum Kurdirektor und die schattige Ablösung.

Wer in den beiden Büchern wandernd las und liest, hat zwei Möglichkeiten, um das Champagner-Klima mit 322 Sonnentagen und parkiertem Geld vor Ort zu erleben: 1. einfache Fahrkarte lösen; 2. retour lösen. Als Unterkunft empfiehlt sich das Hotel Kulm. Nicolaus Guidon berichtete 1908 in „Engadin Express & Alpine Post“ über die Geschichte des Fremdenverkehrs im Engadin: „Schon im Jahre 1864 auf 1865 hielten sich im Kulm zwei fremde Gäste während des Winters auf, erholten sich von schwerer Krankheit und zogen dann gestärkt von dannen.“ Der Start der Wintertourismus vor 150 Jahren. In St. Moritz. Wo sonst?

Christoph Sauter, Cordula Seger: St. Moritz. Stadt im Dorf. Hier und Jetzt, Baden 2014, Fr. 89.-
Hans Peter Danuser: St. Moritz einfach. Erinnerungen ans Champagner-Klima. Somedia Buchverlag, Glarus/Chur 2014, Fr. 29.-
Buch-Vernissage: 25. November 2014, 19.30 Uhr, Buchhandlung Schuler, Chur
Buch-Präsentation: 3.Dezember 2014, 20.30 Uhr, Hotel Laudinella, St. Moritz.

Monte Sordo, immer wieder

«Eines der schönsten Massive des Gebietes, hervorragender Fels, traumhafte Landschaft, phantastische Routen in allen Schwierigkeitsgraden, kurz, ein Muss.» So steht es in einem Kletterführer von Finale. Aber das sehen nicht alle so.

23. November 2014

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Wetter, wolkenlos und warm, es ist Mitte November. Vor vier Tagen hat es in zwei Stunden so viel geregnet wie sonst in drei Monaten, erzählt man uns. Zeigt uns Handyfotos: in Finalborgo stand das Wasser meterhoch in den Strassen. Trockenmauern stürzten ein, Bäche rauschten über die Felswände, rissen Runsen in die steilen Talflanken, verschütteten Strassen und Wege. Doch heute, alles vergessen, alles wie immer, die Felsen trocken, die Temperatur angenehm. Finale, der Traum vom Klettern.
Zum Abschied, und das wie oft, geht’s hinauf zum Monte Sordo, dem Berg, der nichts hört. Unser Pflichtprogramm beginnt mit der Placca delle bimbe, eine Aufwärmeroute, die aber auch schon recht in die Finger geht. Sofern es überhaupt was hat für die Finger. Der Fels ist löchrig, Finalefels eben. Auch wenn sie kleinen Mädchen gewidmet ist, wie der Name suggeriert, man muss zupacken.
Bald trifft ein junges Paar ein, sie sprechen deutsch und fragen nach unserer Route. Der Mann blättert im Kletterführer, mit farbigen Klebern sind Seiten markiert. «Ah, hier sind wir.» Ja, da ist eine Route, und da, und da. Anseilen, er entledigt sich des Tshirts, es ist ja schon recht warm und ein trainierter Oberkörper sieht echt stark aus. Das Muskelspiel zeigt sich, und man wundert sich, dass er sich für eine 5c entscheidet. Den grossen, oben nach rechts sich neigenden Riss, der sich durch den zentralen Sektor zieht. L’arco dei Guaitechi, die erste die logische Route durch die Wand, im Juni 1973 erstbegangen von Gianni Calcagno, einem der bedeutendsten italienischen Alpinisten, der 1992 am Denali ums Leben kam. Und von Alessandro Grillo, ein Kletterpionier, der für seine Erschliessertätigkeit im Finalese von der Gemeinde Finale Ligure mit dem Premio «Una vita per Finale» ausgezeichnet worden ist. Die Route ist also ein Klassiker im historisch Sinn wie auch im Stil: Risskletterei, spreizen, stemmen, piazzen.
Der junge Sportsmann mit der nackten Brust schafft denn die Länge auch mit etwas hängen und schimpfen, seine Begleiterin will nicht nachsteigen. «Gefällt mir nicht!»
Nun gut, man will ja Spass haben, sich nicht aus Pietät vor der historischen Bedeutung der Route die Finger kaputt machen. Wen interessiert denn schon die Geschichte einer Route und ihrer Erschliesser. Der Junge, nun wieder im Tshirt, setzt zu einer Schimpftirade an, die kein Ende nehmen will und von der wir vor allem das immerzu wiederholte Wort «Scheisse» vernehmen. Es ist also eine Scheissroute und Finale ist überhaupt totale Scheisse mit diesem Scheissfels und den Scheisslöchern (ich fasse zusammen). Zum Glück, denke ich, ist der Berg taub, wie sein Name sagt, sordo, sonst würde er vielleicht ein Stück Fels auf die frustrierten Besucher schmeissen.
Nervöses Blättern im Führerbuch, dann Beratung. Wohin könnten wir denn fahren, wo der Fels nicht so scheisslöchrig und scheissabgespeckt und überhaupt ist? Das sei, höre ich zwischendurch, überhaupt nicht Sportklettern sondern nur … eben. Übrigens auch der Führer des braven Thomas Tommasini muss noch dranglauben: Scheisse.
Nun habe ich ja eigentlich nichts gegen das Wort, ich habe es sogar mal in einem Text verwendet, für den ich vom Schweizer Alpenclub einen Literaturpreis erhielt, trotz Gegenstimme einer Frau Vögeli in der Jury, die sich eben an diesem Wort störte. Aber man braucht es halt manchmal, es rutscht einem raus, aber doch bitte mit Mass.
Wir klettern also weiter unser Programm, die beiden Jungen beruhigen sich, packen zusammen und ziehen still und leise davon. Wohin, haben wir nicht verstanden, hoffen einfach, dass sie irgendwann doch noch Felsen finden, die nicht scheisse sind, sondern eben so, wie sie sich das zuhause vorgestellt haben, als sie das Führerbuch studierten und mit farbigen Klebern die Sektoren markierten. Und wenn nicht, dann gibt es ja auch Kletterhallen, da ist der Fels bestimmt nicht scheisse, denn es gibt gar keinen.

Grimsel

Der Grimsel oder die Grimsel? Jedenfalls geht es in diesem Buch um umkämpftes Terrain. Kraftwerk, Arvenwald ect. Im Totensee sollen einst die Leichen von Franzosen geschwommen sein. Heute ist’s eine Idylle. Nebel treiben, der See blaut. Tote allenfalls wenn im Sommer die Motorräder über den oder die Grimsel brausen.

21. November 2014

An der Grimsel Cover„Kein Ort in der Welt, über den so verschiedene Ansichten geltend gemacht werden. ‚Ich gehe wenigstens einmal im Jahre hinauf, sagte mir ein Freund, der ein himmlisches Plätzchen am Thunersee sein nennt, zuweilen selbst scheue ich den langen Weg durch das Hasli zum zweiten Male nicht, um dort oben ein paar köstliche Tage zu verleben. Die frische Bergesluft stärkt mich, das leichte Wasser trinke ich mit mehr Wohlbefinden, als zu Hause meinen Wein, und ich fühle mich so heiter, so heimelig in der Familie des Wirthes, daβ ich stets mit wahrem Vergnügen mich unter diesem Dache finde.‘ Ich gab ihm Recht. Hatte ich denn nicht auch manchen Tag dort zugebracht, bei schönem und schlechtem Wetter, und das Plätzchen lieb gewonnen? Wir waren noch im Gespräche, uns manchen freundlich erlebten Augenblickes erinnernd, als meines Freundes liebliche Frau sich uns zugesellte. ‚Und ich, rief sie aus, als ihr des Gegenstand des Gespräches bekannt geworden, ich kann nicht begreifen, was ihr Alle an der Grimsel findet. Ich kenne keinen traurigeren Fleck auf Gottes Erdboden. Sollte man nicht glauben, im Grabe der Schöpfung selbst zu sitzen. Mein Mann hatte mir das Alles so schön ausgemalt, daβ ich mich verführen lieβ, ihn einmal zu begleiten. Ich bin nie unglücklicher gewesen, als während der paar Tage, welche wir oben zubrachten. Eine finstere Schwermuth, deren ich nicht Meister werden konnte, hatte sich meiner bemächtigt.‘“

Lese ich im Buch „Im Gebirg und auf den Gletschern“ von Carl Vogt, das 1843 im Verlag von Jent & Gaβmann in Solothurn erschien. Das Exemplar wurde vom „Lese-Cabinet, Papier & Spielkarten Verlag Alexander Pulver, Marktgasse N° 91 in Bern“ verkauft, wie einem Kleber zu entnehmen ist. Sechs der elf Kapitel spielen auf der Grimsel und im Haslital. Ein Buch zur Grimsel also. Und nun halte ich ein druckfrisches Buch in der Hand: „An der Grimsel“ von Susanne Vettiger. Ein Werk über „Landschaft, Berge, Menschen“, wie die Einladung zur Buchvernissage vom Samstag, 22. November 2014, in Buchhandlung Piz Buch & Berg in Zürich verspricht. „Es gibt darin vieles zu entdecken mit den Augen, dem Kopf und dem Herzen. Aus dem Nebel in die Sonne und zurück.“

Der graue Buchdeckel ist drei Millimeter dick und hat keinen Umschlag. Auf dem Cover ist eine Nebel-Fotografie zu erahnen, die sich auf der Rückseite lichtet und den Blick auf einen Stausee freigibt. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Auf den ersten 175 Seiten ohne Pagina und Legenden zeigt Susanne Vettiger 120 Fotos des Grimselgebietes: Berge und Beton, Granit und Gras, Hospiz und Hütten, Maschinen und Moränen, Strassen und Strommasten, Wasser und Wege. Zu jeder Jahreszeit. Archaisch und idyllisch, verspielt und verbaut, neblig und sonnig. Im zweiten Teil finden sich 60 Portraits von Menschen, die an der Grimsel leben und arbeiten: Einheimische und Zugewanderte, Erwachsene und Kinder. Und im dritten Teil lesen wir die ausführlichen, vorder- und hintergründigen Legenden zu den Fotos. Die erste laute so:

„Am Totensee. 2164 m. ü. M. an der Grimsel. Offenbarung, aus dem Nichts. Wetterwechsel, unvergleichliches Licht, schroffe, abweisende Felswände, unergründliches Blau der Seen. Schwemmebenen-Orte mit eigenem Rhythmus. Das Auge findet immer Neues. Wer sich bewegt, wird durch seine Wahrnehmung bewegt. Sehen, fühlen, erkennen, fragen und finden; LEBEN. Es ist ein persönliches Schauen und sich erleben, individuelles Sein.“

Schade, dass die Ehefrau des Freundes von Carl Vogt schon lange nicht mehr unter uns weilt. „An der Grimsel“ wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk. Sie könnte damit die Grimsel erleben ohne hinaufzufahren.

Susanne Vettiger: An der Grimsel. Verlag du + ich, Basel 2014, Fr. 58.- www.du-i.ch.
Buchvernissage: Piz Buch & Berg, Müllerstrasse 25, 8004 Zürich, ab 14 bis 17 Uhr, www.pizbube.ch.

Schneeestrich

Gleichzeitig ein Blick nach oben: Der Winter hat schon mal kräftig an der Tür geklopft und sein erstes Bürdeli abgeworfen. Wie hier am Pizzo Forno. Unter dem blauen Fenster versteckt sich, schwarz in weiss, das Dörfchen Doro, bereit für den langen Schlaf.
Pollegio, 16. November 2014.

17. November 2014

pizzo forno

Regenstube

Wasser findet sich immer seine Wege. Gestern goss es in der Leventina von allen Seiten und an den ungewohntesten Stellen, frei, ungehindert, über Felswände ohne Bachrinnen, vorbei an verdutzten Bäumen. Immerhin gibts dort kaum Böden, die wären nicht mehr alle oben.
Pollegio, 16. November 2014.

leventina

Wer suchet, der findet

«Auf der Alm, di gibts koa Sünd», lautet ein alter Spruch. Wie das gemeint ist, erzählt der Alpenpionier Johann Jakob Weilenmann anlässlich eines alpinen «Schäferstündchens» vor der Besteigung des Fluchthorns im Jahr 1861. Wie Sie zu diesem und andern pikanten und spannenden Geschichten aus den Bergen kommen, erfahren Sie von unserem Rezensenten.

10. November 2014

Cover aus der Firnenwelt„Die Sennerinnen ziehen Schuhe und Strümpfe aus und ohne weitere Toilette hüpfen sie angekleidet in zwei verwegenen Sätzen ins hohe Bett hinein. Seltsam aber! Warum lassen sie einen so weiten Raum zwischen sich? Hoffentlich soll doch keiner von uns etwa… Nein! Nur der Gedanke schon ist ja empörend! — Und doch! Kaum wagt meine zartfühlende Feder das Schreckliche zu berichten — scheint so was planirt zu sein. Wer ist wohl der Auserkorene, das Opfer? Am Ende gar ich? Bin mir gar nicht bewusst, so prima vista die Gunst der beiden Damen erobert zu haben — des veni, vidi, vici — traurig genug, ach du lieber Himmel! — kann sich so ein alter Knabe selten mehr rühmen. Rasch löste sich indes das Rätsel und kaum waren sie geborgen, die Beiden, als ohne dass ein Wort vorangegangen, hinein in ihre Mitte mit kühnem Sprung, der Schäfer sich schwung! Verdutzt, kaum meinen Augen trauend, staune ich das Manöver an. Da liegt er, der Hahn im Korb, bis an die Ohren unter der berghohen Federdecke begraben und hat sicherlich nicht über Kälte zu klagen, und mir, der alleine noch im finstern kalten Hüttenraume steht, bleibt wohl nichts anderes, als aufs eine Lager mich zu werfen und an des Kühers Rücken mich zu schmiegen. Er ist ein schmutziger, blödsinniger Tropf.“

Armer Johann Jakob Weilenmann an diesem Juliabend 1861 auf der Alp Larein in der östlichen Silvretta, unweit des heute berühmten Skigebietes Ischgl-Samnaun zwischen Österreich und der Schweiz. Wie es dem Schäfer zwischen den Sennerinnen unter der berghohen Bettdecke erging, schreibt Weilenmann, Mitbegründer der Sektion St. Gallen des Schweizer Alpen-Clubs, im Bericht „Ersteigung des Fluchthorns (3403 m)“ nicht – das überlässt er der Phantasie des Lesers. Seine Nacht hingegen thematisiert er: „Übrigens lag ich über Erwarten gut und warm neben meinem düngerduftenden Schlafgenossen. Je weniger Verstand, um so mehr animalische Wärme entwickelte er.“ Während bei anderen Alpinautoren nur Gipfel, Grate und Geologie zu Papier gebracht wurden, nahm sich Weilenmanns zartfühlende Feder sozusagen auch dem freibleibenden Raum zwischen den zu besteigenden Anhöhen an: den Einheimischen auf der Alp oben und im Dorf unten, besonders dem zarten Teil. Unvergesslich die Begegnung zwischen dem bärtigen St. Galler und einer hübschen Lötschentalerin – nachzulesen teilweise auf www.bergliteratur.ch vom 21. September 2012.

Die romantisch angehauchte und allein unternommene Fahrt ins Lötschental und die sehr abwechslungs- und hindernisreiche Erstbesteigung des Fluchthorns am 12. Juli 1861 zusammen mit seinem Leibführer Franz Pöll sind mit Genuss ganz zu lesen in Weilenmanns gesammelten Schriften „Aus der Firnenwelt“. Sie kamen von 1872 bis 1877 in drei Bänden heraus und 1924 nochmals in zwei Bänden. Nun kann man diesen Doppelband günstig erstehen an einem Bücherbazar des SAC.

Der Berg der Bergbücher wächst und wächst. Damit die neuen Bergbücher noch Platz finden in der SAC-Zentralbibliothek in Zürich, müssen die Doubletten weg. Dass es dort überhaupt doppelt und mehrfach vorhandene Werke gibt, liegt vor allem daran, dass die SAC-Zentralbibliothek vor einiger Zeit die grosse Bibliothek der Sektion Uto übernehmen durfte. Die rund 2000 ausgeschiedenen Doubletten werden nun zu einem bescheidenen Preis zum Kauf angeboten.
Der Bücherbazar findet statt am Freitag, 14. November 2014, 14-17 Uhr und am Samstag, 15. November 2014, 9-17 Uhr, und zwar im Seminarraum P01.10 (auch bekannt als Seminarraum C) der Zentralbibliothek Zürich, Zähringerplatz 6, 8001 Zürich.

Wer also Weilenmanns „Firnenwelt“, Band 8 der „Clubführer Bündner Alpen – Silvretta und Samnaun“ von 1934 mit ausführlichen Beschreibungen und zahlreichen Literaturangaben oder das „Itinerarium für die Silvretta- und Ofenpassgruppe oder die Gebirge des Unterengadins“ von Eduard Imhof aus dem Jahre 1898 der eigenen Büchersammlung einverleiben möchte, sollte an diesem Novemberwochende in die Zentralbibliothek nach Zürich wandern. Ebenfalls diejenigen, die mit Otto Zwahlen den „Kampf um die Eigernordwand“ miterleben, mit Günter Oskar Dyhrenfurth zum „dritten Pol“ vordringen oder mit „Zauberberg der Männer“ bzw. „Zürichs Zauberberg“ ganz unterschiedliche Anhöhen kennenlernen möchten. Ja überhaupt alle, die Bergbücher noch gerne als Rucksack-, Sofa oder Bettlektüre haben.

Wasser

Wasser ist bekanntlich zum Waschen da, aber nicht nur. Zum Beispiel auch zum Fotografieren und Philosophieren. Rechtzeitig zum strömenden Herbstregen hat es drei Wasserbücher auf den Tisch unseres Rezensenten geregnet. Da hilft kein Schirm, sie müssen besprochen sein.

6. November 2014

„Hinter einer langsam die Schweiz überquerenden Kaltfront ist heute kühlere Meeresluft in den Alpenraum eingeflossen. In der Höhe bleibt die feuchtmilde Südströmung erhalten, nimmt aber an Stärke ab. Dadurch dauern zwar die Niederschläge in den Alpen noch an, nehmen aber an Intensität ab.“

Soweit der Bericht von MeteoSchweiz zur allgemeinen Lage vom 5. November 2014, 17.50 Uhr. Niederschläge also, in Form von Wasser und Schnee: „Schneefallgrenze bei 600 bis 900 Metern, lokal auch bis in tiefe Lagen möglich.“ Das wundermilde und blauhimmlische Herbstwetter ist weggewaschen, was bleibt sind nasse und weisse Flecken und Felder, Bäume und Berge.

Niederschläge aber nicht nur draussen, sondern auch drinnen. In Form von Büchern. Schwer wie nasse Schneeflocken. Grad rechtzeitig zum Winterbeginn. Zur Vorweihnachtszeit. Wenn die Spielwaren- und Warenhauskataloge die Briefkasten verstopfen, fast so wie die von den Bäumen gewehten Blätter die Abflussrohre. Fotobände, meist grossformatig. Nicht ganz billig, aber doch kaufbar, als Geschenk für sich selbst oder für Freunde. Präsentierbar auf dem Sofatisch, angenehm durchblätterbar, wenn das Cheminéefeuer knistert und die Regentropfen an den Fenstern kullern.

Zufall oder nicht: Wasser ist in diesem Spätherbst angesagt. Nicht nur beim Wetterbericht. Sondern auch bei der Bücherschau. Drei Bände liegen vor mir auf dem Tisch.

Cover WasserBeginnen wir unten. Unter Wasser. Michel Roggo zeigt mit vielen seiner Farbfotos eine schweizerische Wasserwelt, welche die meisten von uns kaum kennen werden, es sei denn, sie tauchten. Wir brauchen jedoch nicht auf die Malediven oder ans Rote Meer zu reisen. Auch bei uns gibt es eine faszinierende Unterwelt zu entdecken, mit Pflanzen und Tieren, Steinen und Holzstämmen. Für Karpfen Alltag, für uns Traumwelten. Wenigstens auf dem Sofa. Den Fuss oder den Arm in dieses helvetische Nass zu strecken – nur für Aqua-Erprobte.

Cover AquaAqua: So nennt Beat Presser seine jüngste Publikation. Vom Eis und Schnee in den Bergen oben bis zum Eis und Schnee am See unten. Dann nämlich, wenn die winterliche Bise den Lac Léman aufpeitscht und die Ufer mit einer Schicht gefrorenem Wasser verziert hat. Konsequent breitformatige Bilder zeigen das Wasserschloss Schweiz auf ungewohnte Art, in jedem Aggregatszustand, zu jeder Jahreszeit. In der Einführung erzählt der Fotograf, wie sein Grossvater Eduard Presser mit dem Wasser zu kämpfen hatte, als er am 1. Augst 1896 auf der Jungfrau oben Panoramafotos machen wollte – doch es war gefroren, so dass er die Bilder gar nicht hätte entwickeln können. Schade! Ein kleiner Wehmutstropfen übrigens, dass dem Enkel bei alpinhistorischen Anmerkungen ein paar Kratzer unterlaufen sind. Aber Schwamm darüber.

Cover SeeMit einem Lappen wischt ein Matrose die Bank trocken und sauber auf dem Deck eines Kursschiffes auf dem Vierwaldstättersee, in Sicht weder Passagiere noch blauen Himmel. Eine von 70 schwarzweissen, quadratischen Aufnahmen von Franz Troxler für seinen 30 x 32 cm grossen Bildband „Der geheimnisvolle See“. Was bei Roggo unter dem Wasserspiegel geheimnisvoll erscheint, bleibt bei Troxler an der Oberfläche und am Ufer, an Bord und bei den Menschen. Den Arbeitern und Touristen, ihren Maschinen und Maschen. Wunderbare Kompositionen und Schnappschüsse. Die erste Foto: aufgewühlt der See, ein paar verlorene Schilfstängel. Die letzte: spiegelglatt nun, sechs Schiffspfähle in zwei Reihen, verschwommen auch hier die Ufer, weit weg. Im Zentrum: Wasser.

Michel Roggo: wasser.schweiz – water.switzerland – eau.suisse. Vorwort von Thomas Vellacott. Werd Verlag, Zürich 2014, Fr. 59.-
Beat Presser: Aqua. Vorwort von Jürg Steiner. Till Schaap Edition, Bern 2014, Fr. 58.-
Franz Troxler: Der geheimnisvolle See. Mit einem Essay von Vera Heuberger. Till Schaap Edition, Bern 2014, Fr. 68.-

Das Vorführen der Freude am Sein

Wer regelmässig aufs Jungfraujoch fährt, kann die verschiedenen Trends der Erinnerungsfotografie miterleben, manchmal auch hautnah. Nebst dem Selfie, das nun fast schon passé ist, gibts beispielsweise den Freudensprung oder Luftsprung. Weiss jemand, wie die Pose offiziell heisst, also auf Neuenglisch? Sachdienliche Hinweise nimmt meine Mailbox jederzeit gerne entgegen. Besten Dank!
Jungfraujoch, 1. November 2014.

5. November 2014

jungfraujoch

Hard Rock an der Schillingsflue

Militäraviatik-Fans kommen in diesem Klettergarten über dem Haslital voll auf die Rechnung – aber auch der gewöhnliche Steuerzahler erhält etwas für sein Geld: Begleitmusik der dröhnenden Art, dazu noch schöne steile Routen. Hard Rock hoch zwei.

3. November 2014

20141031_161611Plötzlich rollt ein Donnern und Tosen vom Tal herauf, prallt gegen die Wand, die zu beben scheint unter der Druckwelle. Für Sekunden glaube ich, der Berg breche gleich in sich zusammen, decke mich zu und meinen Kletterfreund damit, der hoch oben an winzigen Griffen im Überhang kämpft. Ein bisschen Sand rieselt herab, ein paar Laubblätter segeln durch die Luft. «FA-18», ruft mein Freund herab, bis ich, ein bisschen schwer von Begriff, endlich begreife. Da unten in Unterbach bei Meiringen gibt’s einen Militärflugplatz, und da startet einer dieser teuren Vögel und bläst unser Steuergeld in die Luft hinaus. Ich erinnere mich an einen bösen Streit in einem Klettergarten, als ein Kletterer ein Leibchen trug mit der Aufschrift «Stopp FA-18». Aber nun sind sie halt da, die Generalsspielzeuge, waren per Referendum nicht zu verhindern, wie im Mai der Gripen. Inzwischen herrscht wieder Stille, der Freund hat die Umlenkung erreicht und damit sein Sommerprojekt vollendet, wie er sagt, «Damokles», 7a+.
20141031_161529 Wir befinden uns an der Schillingsflue, die Herbstsonne wärmt den Rücken, ein angenehmer Ort, wenn da nicht dieser Fluglärm wäre, gegen den die Südanflüge in Zürich bloss ein angenehmes Säuseln sind. Wie halten das die Oberhasler nur aus? Vielleicht, indem sie die angestauten Aggressionen beim Klettern abreagieren? Oder gar selber auf dem Flugplatz arbeiten, wie weiland der berühmte Bergsteiger Ernst Reiss, Erstbesteiger des Lhotse und damit erster Schweizer auf einem Achttausender. Aber damals waren die Propellerflieger ja noch nicht so laut und an der Schillingsflue kletterte noch niemand.
Ein erster Versuch vor einigen Jahren endete schon oben im Wald, weil ich genialer Pfadfinder den Abstieg zur Wand nicht fand – obwohl mich ein Freund am Handy ferngesteuert dirigierte. Nun hat’s doch noch geklappt, schon zum zweiten Mal, und auch diesmal muss der Mega-Klassiker «Violett» geklettert sein, nebst ein paar andern Routen und einem kleinen Versuch an «Macky Messer», schon ein bisschen müde. Man findet ja immer eine Ausrede, und die Wand läuft ja nicht davon.
Wir sind fast allein an diesem Prachtstag, aber die zum Teil abgewetzten und mit Magnesia gut einbalsamierten Griffe zeigen, dass man hier nicht immer einsam klettert. Im prächtigen Buch «Sportklettern Berner Oberland» von Hans Grossen lese ich, die Haslitaler Kletterer hätten lange Zeit ihre Klettergebiete unter dem Deckel gehalten, so wie die Tessiner, um sie vor dem Ansturm der Zürcher ect. zu verschonen.
20141031_161755Tempi passati. Das kletternde Lehrerpaar Lorenz und Sue Wenger haben hier nach der ersten Pionierphase mit Kaspar Ochsner , Peter Lechner & Co. saubere Arbeit geleistet, Routen gelegt und saniert, Topos gezeichnet und auch einen Sektor «Women» mit schönen moderaten Routen in rauem gelbem Fels eingerichtet. Leider halt ein bisschen sandig alles, aber man gewöhnt sich dran. Jedenfalls sind jetzt auch Nicht-Berner-Oberländer willkommen, schliesslich zahlen wir ja alle an die FA-18 Begleitmusik, Hard Rock vom teuersten.

Mittelmoränen

«Die Spur der Steine» hiess mal ein Film, ich glaube er handete in der DDR, die vom Erdboden verschunden ist wie die Gletscher der Eiszeit. Nur ihre Spuren sind geblieben, «Erratiker», Findlinge, Felsblöcke, Fremdlinge. Ein Thema, das zum Nachdenken anregt, auch über die eigene Lebenswelt. Auch ich (der Blogmaster) wohne auf einer Mittelmoräne.

1. November 2014

Mittelmoränen„Die ‚Grosse Flue‘ beim solothurnischen Weiler Steinhof hat ein Volumen von 1200 Kubikmetern und ein Gewicht von rund 3500 Tonnen. Es handelt sich um den mächtigsten Erratiker im schweizerischen Mittelland. Er besteht aus Hornblende-Gneis, wie er im Val de Bagnes vorkommt, und wurde auf der Oberfläche des Rhonegletschers vermutlich in einer Mittelmoräne herangeführt. Wenn wir eine Fliessgeschwindigkeit von 100 m pro Jahr annehmen, dauerte die Reise für die ca. 180 km lange Strecke 1800 Jahre.“

Heisst es in der Legende zum Bild dieses hausgrossen Findlings im Buch „Mittelmoränen. Heute und in der Eiszeit“ von Gerhart Wagner. Heute sind die Felsblöcke geschützt. Für viele Menschen waren sie früher in erster Linie einfach praktisch: als Unterstand, als Orientierungspunkt, als Opfertisch, als Baumarkt. Probleme gab es dann, als Wissenschaftler im 18. Jahrhundert vermehrt nach der Herkunft dieser Steine zu fragen begannen. Man merkte, dass sie fremd waren. Alpengestein auf Mittelland-Hügel, Aaregranit neben Jurakalk, das reimte sich auch geologisch gar nicht. Obwohl man durchaus noch an die Schöpfung glaubte: Gott konnte es ja nicht wirklich gewesen sein, der das Fremdmaterial transportiert hatte, sein Gegenspieler aber auch nicht.

Die Herren waren heillos überfordert mit den erratischen Blöcken – der damals entstandene Begriff leitet sich vom lateinischen „errare“ her, was umherirren und umherstreifen bedeutet. Irgendeine Kraft musste die Steine ja verrückt haben. Verrückte Theorien machten die Runde, von der Sintflut über Schlamm- und Geröllströme bis Vulkanausbrüche wurden viele Vermutungen geäussert und verteidigt. Aber keine Theorie passte wirklich. Im Wallis kam man der Sache näher. Im Sommer 1815 besuchte Jean de Charpentier, Salinendirektor von Bex, das Val da Bagnes, um die dortigen Gletscher zu besichtigen. In Lourtier übernachtete er im Hause von Jean-Pierre Perraudin, Bauer, Zimmermann und vor allem Gemsjäger. Beim abendlichen Gespräch, so schreibt Charpentier später in seinem epochalen Werk «Essai sur les glaciers et sur le terrain erratique du bassin du Rhône» von 1841, habe ihm Perraudin gesagt, dass die Gletscher früher eine viel grössere Ausdehnung gehabt und bis nach Martigny hinab gereicht hätten, „comme le prouvent les blocs de roches qu’on trouve dans les environs de cette ville, et qui sont trop gros pour que l’eau ait pu les y amener.“ Das ist der Schlüsselsatz: „Wie es die Felsblöcke beweisen.“ Und der Schlüssel zur Erkenntnis, dass nur Gletscher die Blöcke aus dem Val de Bagnes hinab ins Rhonetal, ja bis nach Solothurn transportieren konnten. So einfach und gleichzeitig so schwierig, sich das vorzustellen: Die Schweiz als Gletscher, in der sogenannten Eiszeit.

Und die sorgt bis heute für heisse Köpfe. Mit den Mittelmoränen nämlich, welche durch die Gletscher damals entstanden sind. All das steinige Material, das die Eisströme bei ihrem Vorstoss aus den Alpen ins Mittelland mitschleppten und abschliffen, liessen sie liegen. Nahmen es ja nicht zurück, als sie sich wieder ins Gebirge zurückzogen. Kurz vor seiner Pensionierung als Lehrer und Rektor am Gymnasium Bern-Neufeld gelang dem heute 94-jährigen Gerhart Wagner die Entdeckung, dass der bisher rätselhafte Moränenhügel Hüenerbüel bei Bolligen im Worblental bei Bern als Mittelmoräne zwischen eiszeitlichem Aare- und Rhonegletscher erklärt werden kann. Weitere Nachforschungen und Überlegungen führten ihn zur Erkenntnis, dass es im ganzen Land viele weitere Landschaftsformen gibt, die sich auf Mittelmoränen zurückführen lassen. Damit brachte er eingebürgerte Grundvorstellungen der Eiszeitgeologie ins Wanken – auch wenn seine Sichtweise nach wie vor umstritten ist. In seinem nun erschienenen Buch über die Mittelmoränen fasst er die Erkenntnisse der letzten Jahre zusammen und ordnet sein Modell in den aktuellen Diskurs ein. Wer das Buch aufschlägt, wird vertraute und unbekannte Anhöhen mit neuen Augen ansehen. Der Finkenhubel in der Berner Länggasse, nur ein paar Minuten entfernt von meinem Wohn- und Arbeitsort: ein Moränenhügel, aufgeschüttet von einer glazialen Mittelmoräne. Genauso wie der Lindenhof in der Stadt Zürich. Oder der Längswall im Vorfeld des Zmuttgletschers ob Zermatt, der in der Kleinen Eiszeit entstanden ist.

Und genau dorthin gehen wir morgen. Wenn der Schatten des Matterhorns nicht zu mächtig ist, dürfte uns die Novembersonne erwärmen. Aber eigentlich müssten wir nicht so weit fahren, um blauen Himmel zu sehen. Wenn der Wetterbericht stimmt, sollten auch die Mittelland-Höger am Nachmittag nebelfrei werden. Zum Beispiel der Äschiwald-Hügel ob Stettlen im Worblental. Zuerst auf dem Kamm der Mittelmoräne befindet sich ein Findling aus Tschingelkalk, den der Aaregletscher vom Mettenberg ob Grindelwald vor etwa 15‘000 Jahren liegengelassen hat. Seit 2011 heisst dieser Erratiker Wagnerstein.

Gerhart Wagner: Mittelmoränen. Heute und in der Eiszeit. Haupt Verlag, Bern 2014, Fr. 49.-