Thema: Ankers Buch der Woche


Uli Wiesmeier und Peter Mathis

Von zwei Altmeistern der Bergfotografie liegen neue, überzeugende Werke vor. Perfekt für stille Abende in der warmen Stube, ohne oder mit Weihnachtskerzen.

9. Dezember 2017
Bonatti, Gervasutti & Co.

Wir Eidgenossen haben doch das Gefühl, dass die Alpen uns gehören: Liegt nicht hinter dem Mont Blanc, der dummerweise grad nicht mehr in der Schweiz steht, das Mittelmeer, und beginnt nicht hinter der Silvretta schon bald die Puszta? Solchem Irrglauben sei eine Zahl entgegengesetzt: 15 Prozent. So klein ist der schweizerische Anteil am Alpenbogen zwischen Nizza und Wien. Eine zweite Zahl ist noch schlimmer: Erzfeind Österreich besitzt doppelt so viel. Auch Italien und Frankreich haben mehr Alpenanteil als die Schweiz, nämlich 28 bzw. 20%. Svizzera povera! Und dass neue grosse Bergbücher von bella Italia stammen, ist irgendwie auch kein Trost. Dafür aber höchst spannend – buona lettura!

1. Dezember 2017
UmZug

Wer „Umzug Bedeutung“ googelt, erhält diese Antwort: „1. ein Zug von Menschen auf der Straße, der besonders zu Festen oder Veranstaltungen stattfindet; ‚ein festlicher Umzug zum Jubiläum der Stadt‘. 2. Wohnungswechsel; ‚ein Umzug in eine neue Wohnung‘.“ Der Wanderwerker René P. Moor hat nun noch eine dritte Bedeutung gefunden.

23. November 2017
Schnee

„Auf den letzten Graten, zwischen knochenbleichem Fels, liegt schon der Schnee, weiss, wie ein Jauchzen…“. So ein Satz konnte nur ein Skifahrer schreiben. Max Frisch war einer; das Zitat stammt aus „Blätter aus dem Brotsack“ (1940). Wir jauchzen auch: Der Schnee ist da. Die Schneebücher ebenfalls. Wir wünschen schwungvolles Blättern und Lesen.

13. November 2017
Philosophie des Kletterns – ABC de l‘alpinisme

Wer eine Philosophie des Kletterns schreibt oder übersetzt, müsste wohl erst mal etwas vom Klettern verstehen, bevor er über das Einrichten von Routen und Schlagen von Haken tiefsinnige Gedanken verfasst. Selbst der renommierte Suhrkamp Verlag ist offensichtlich vor alpinliterarischen Missgriffen und Fehltritten nicht gefeit. Halten wir uns also an das alpine ABC in französischer Sprache über die Gründe, warum wir die Berge lieben. Da gibt’s wenigstens keine Übersetzungsfehler.

8. November 2017
Kaleidoskop der Schweizer Kartografie

Was bestimmt die Schweiz ausser Banken und Uhren, Schoggi und Nescafé? Blöde Frage: Berge natürlich. Überall und seit jeher. Seitdem ein paar kräftige Bergbauern auf einer grünen Matte oberhalb des blauen Vierwaldstättersees Freiheit und Beistand geschworen haben sollen. Und womit kann man wissen, wie diese Matte heisst und die Höger drumherum? Wie hoch sie sind, wie stotzig und eisig? Und wie man hinauf kommt, zu Fuss, per Bahn oder vielleicht gar nicht? Mit einer Karte natürlich. Eine neue Publikation beleuchtet präzise wie ein Uhrwerk und verführerisch wie Schokolade die Schweizer Kartografie.

2. November 2017
Etichette delle montagne

Etiketten erzählen Geschichten. Zum Beispiel jene, die drei Kriegsgefangene zum Ausbruch bewegte – nicht in die Freiheit, sondern um einen Berg zu besteigen. Andere sind vielleicht harmloser. Zeigen das Matterhorn oder Rasierklingen oder eine Schöne im Skidress. Ein Universum für Sammler.

2. November 2017
Klettern im Jura

Klettern in den Alpen – passt bestens. Klettern im Mittelland – etwas weniger; gibt aber schon ein paar Seillängen, auch draussen. Und Klettern im Jura – geht wiederum bestens. Zwei neue Führer zeigen, wo es am schönsten und am schwierigsten ist. Anseilen bitte!

21. Oktober 2017
Bergromane

Frankreich ist Ehrengast an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vom 11. bis 15. Oktober. Auf der Fahrt in die Geburtsstadt von Goethe (ihm ist u.a. der 44 Meter hohe Goetheturm am Stadtrand geweiht) und von Ernst Justus Häberlin (Mitglied der SAC-Sektion Basel und Erstbesteiger von Breitlauihorn, Lötschentaler Breithorn und Schinhorn vom 26. bis 30. August 1869) könnten wir doch einen Bergroman lesen, einen französischen natürlich. Oder auch einen deutschen, mais oui!

10. Oktober 2017
Landschaften

Auch Bücher sind Landschaften. Schliesslich ist auch Lesen und Bilder Betrachten «das Resultat einer permanenten Interaktion zwischen Menschen und der physikalischen Umwelt». Wie weit sich der Begriff dehnt, zeigt der Berg von Literatur zum Thema, den unser Rezensent hier auftürmt bzw. abbaut. Berge zerfallen, wie wir wissen, Landschaft bleibt. Ob flach, steil oder eben: Papier.

6. Oktober 2017