Thema: Ankers Buch der Woche


Säntis

Hillary Clinton war mal auf dem Säntis und falls sie die Wahlen schafft, wird man ihr sicher dort oben eine Gedenktafel widmen. Vielleicht neben jener des Wetterwartpaares Haas, das im Winter 1922 daselbst ermordet worden ist. Dass der Säntis eine bewegte Geschichte hat, ist damit schon genügend belegt. Und dass sich Wanderungen hinauf und hinab und rundum lohnen, kann der Autor dieses Leads bestätigen. Ohne Seilbanstation und Telekom-Antenne wär’s natürlich noch schöner.

27. August 2015
Julius Payer

Hoffentlich hat sich der österreichische Bergpionier, Kartograf, Nordpolforscher und Kunstmaler Julius Payer zeitlebens politisch korrekt verhalten – eine ganze Reihe von Gipfeln, Pässen, Seen und Berghütten müssten sonst – gemäss aktuellen Tendenzen – wieder umbenannt werden. Eine neue Biografie gibt über diese Frage und auch über die Taten, Touren und nicht zuletzt auch Frauen des schönen Mannes umfassend Auskunft.

24. August 2015
Die Alpen

Albrecht von Haller reloaded. Das Buch mit dem gleichen Titel wie das berühmte Alpengedicht beleuchtet Umwelt und Politik, Gesell- und Wirtschaft zwischen Mittelmeer und Wienerwald. Gereimtes und Ungereimtes aus der Gebirgswelt in zehn spannenden, wissenschaftlich fundierten Kapiteln.

19. August 2015
Die Kur – The Mountain Story

Wenn ein junger Autor über ein älteres Ehepaar schreibt und das auch noch in «einer fliessenden Textur von Beschreibung, Rede und Gedanken», kann man als älterer Leser nur gespannt sein auf die Lebensbeichte in den Engadiner Bergen. Wanderungen sind offenbar oft auch Wanderungen in die eigene Vergangenheit, sei’s im Engadin oder auch in der kalifornischen Wilderness wie im zweiten besprochenen Buch.

12. August 2015
Bergfieber

Sie hiess Lucia und man sagte, die Bergsteiger seien nur in die Sciora gekommen wegen ihrer schönen Stimme, wenn sie sang. Sicher ist jedenfalls, dass die Gastlichkeit von Berghütten nicht durch die Solaranlage und das Kompostklo geschaffen wird, sondern durch den Geist der Bewartung. Und da bringen die Hüttenwartinnen doch eine ganz besondere Note ins Gebirge, wie die Porträts von Daniela Schwegler zeigen. Warum nicht mal frische Brennesselsuppe?

29. Juli 2015
Piz Buin und andere Bündner Berge

Der Tourismus im Grauen Kanton leidet, wie wir aus der Presse erfahren, die Hotelübernachtungen gehen dramatisch zurück (u.a. wegen den Russen), Zweitwohnungen sind out. Da kommt der Piz Buin gerade recht, der Sonnencremeberg mit seinem 150-Jahr-Jubiläum, leider halt im Schatten des Matterhorns und erst noch gut tausend Meter niedriger. Wer allerdings Nase und Ohren voll hat vom gegenwärtigen Matterhornoverkill, ist im Bündnerland als Berggast sicher hoch willkommen.

17. Juli 2015
Alpine Kriminalromane

Es gibt Literaturpreise für Autoren, die sich verpflichten, kein Buch mehr zu schreiben. Gestiftet wahrscheinlich von überlasteten Rezensenten. Kann sein, dass auch unser Alpinrezensent gelegentlich einen Bergkrimipreis stiftet – für einen Nicht-geschriebenen. (Der Webmaster gilt bereits als angemeldet.) Bevor das geschieht hier doch noch eine Auswahl für die Sommerferien – es könnte ja eventuell zwischendurch auch mal regnen.

8. Juli 2015
Matterhorn – Berg der Berge

Zwanzig Matterhornbücher erscheinen in diesem Jubiläumsjahr – wer nicht alle lesen will, der kann sich mit einem zufrieden geben: In der Bergmonografie von Daniel Anker steht alles drin, was man übers Horn wissen muss, noch nicht wusste, was Geschichte machte und was es sonst noch an spannenden und ergreifenden Geschichten zu erzählen gibt.
Herzliche Gratulation, lieber Daniel, zu diesem Wurf!

29. Juni 2015
Alpinismo

Die Historikerzunft ist gegenwärtig hoch beschäftigt mit dem Demontieren falscher Mythen wie Marigniano, Morgarten & Co. Höchste Zeit, dass auch mit Alpinen Mythen aufgeräumt wird, etwa mit der Meinung, die Egländer hätten das Bergsteigen erfunden und alle Alpengipfel erstbestiegen. Hier also Publikationen, die das Gegenteil beweisen – auf Italienisch, nicht auf Englisch.

26. Juni 2015
Die Viertausender der Schweiz

Hier vorgestellt wird das beste, schönste, poetischste, gründlichste und umfassendste Werk über die Viertausender der Schweiz. Und davon gibt es doch eine stattliche Anzahl, also sowohl Bücher wie auch Berge. Aber wir leben ja in einer Zeit der Superlative. Dieses viersprachige, grandios bebilderte und dokumentierte Buch allerdings ist wohl nicht mehr zu übertreffen. Es enthält einfach alles und noch mehr: auch ein paar Gipfel, die es nicht ganz zur magischen Höhe geschafft haben. Aber wir wissen ja: die Alpen wachsen noch…

18. Juni 2015